Gianluca galliani erinnert an die glorreiche ära des ac milan und blickt auf die gegenwart
40 Jahre berlusconi – ein blick zurück und nach vorn
Gestern, am 40. Jahrestag der Übernahme des AC Milan durch Silvio Berlusconi, sprach Gianluca Galliani, Sohn des ehemaligen Geschäftsführers Adriano Galliani, im Radioformat 'Maracanà' auf TMW Radio. Das Gespräch beleuchtete sowohl die goldene Ära des Vereins unter Berlusconi als auch die aktuelle Situation der Rossoneri.

Die unvergesslichen jahre unter berlusconi
Gianluca Galliani schilderte seine persönlichen Eindrücke von der Zeit, als sein Vater und Silvio Berlusconi den Verein prägten. "Ich hatte das Glück, das hautnah mitzuerleben. Als sie sich entschieden, Milan zu kaufen, waren wir alle im Urlaub zusammen. Es waren wundervolle Jahre! Ich danke Präsident Berlusconi und meinem Vater, dass sie mir diese fantastischen Jahre ermöglichten, die ich immer in meinem Herzen tragen werde." Die Erfolge sprechen für sich, eine unglaubliche Erfolgsgeschichte des Weltfußballs.

Kohäsion als schlüssel zum erfolg
Ein zentraler Punkt, den Galliani betonte, war die Kohäsion innerhalb der Mannschaft. "Im heutigen Fußball gibt es eine große Eile, Dinge zu verändern, aber Berlusconis große Intuition war es, auch schwierige Zeiten gemeinsam zu überstehen. Der Schlüssel war der Zusammenhalt, es gab keine Diskussionen darüber, alle auszutauschen. Das schuf einen großen Siegerzyklus. Ständiges Wechseln ist nicht gut.", so Galliani.
Anekdote um borghi und rijkaard
Er erzählte eine interessante Anekdote: "Ich erinnere mich an Berlusconis unendliche Liebe zu Borghi. Mein Vater, Braida und Sacchi wollten stattdessen Rijkaard. Der Präsident kaufte aber auch Borghi und lieh ihn an Como aus, akzeptierte aber letztendlich den Willen meines Vaters und von Sacchi." Als unvergesslichen Moment nannte er den ersten Champions-League-Titel in Barcelona, besonders die Freude über das Finale 2003 gegen Juventus, inklusive der Doppelsemi-Finals gegen Inter, obwohl die Mannschaft vielleicht nicht die stärkste Besetzung hatte.
Die entwicklung des modernen fußballs
Zum aktuellen Fußball äußerte sich Galliani besorgt: "Ich glaube, der Fußball hat eine klare Richtung eingeschlagen. Die großen Vereine, die an den großen Wettbewerben teilnehmen, werden exponentiell steigende Einnahmen erzielen. Sie werden immer stärker und können sich großartige Kader leisten, während für die kleineren Vereine immer weniger Platz bleibt. Das gefällt mir nicht. Die nationalen Wettbewerbe werden abnehmen, es wird ein elitärer Fußball, in dem viel gespielt wird und man sich auch für Verletzungen rüsten muss.", warnte er.
Blick auf den heutigen ac milan
"Ich bin in Milanello aufgewachsen, ich liebe den Verein von ganzem Herzen. Mein Herz führt mich immer dazu, das Gute zu sehen. Ich glaube nicht, dass all diese Negativität über Milan und die Serie A gut tut. In einem Umfeld, in dem die wirtschaftlichen Maßstäbe steigen, in dem die Präsidenten-Typen verschwinden, aber Geschäftsmänner kommen, muss die Mannschaft immer unterstützt werden. Diese Eigentümer müssen den Fans großen Respekt zollen und ihre Leidenschaft in den Mittelpunkt stellen, indem sie Aushängeschilder und Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen fördern. Der Fußball entfernt sich von den Menschen.", schloss Gianluca Galliani.
Weitere meldungen
- Tresoldi: "Ich denke jeden Morgen an Milan. Inzaghi ist ein Idol. Und das Treffen mit Leao."
- Oddo: "Der Leader ist der, der wenig spricht. Paolo Maldini war so. Als ich ankam."
