Euroleague wird zur 4-milliarden-liga: jb capital schätzt explosion des marktwerts

Die EuroLeague ist kein europäisches Klubprojekt mehr – sie ist ein Vermögen. JB Capital taxiert den Gesamtwert der Liga plus Teams für 2026/27 auf 4,3 Milliarden Euro. Das ist mehr als der Börsenwert von Borussia Dortmund und Ajax zusammen.

Die Rechnung ist simpel, die Konsequenz brisant: Wechselt die EuroLeague von ihren befristeten Zehn-Jahres-Lizenzen auf permanente Franchises, steigt das Paket um 25 %. Allein die Liga selbst klettert laut Studie von 1,41 Milliarden Euro in dieser Saison auf 1,64 Milliarden Euro 2026/27. Die 18 A-Lizenz-Clubs bringen heute schon 1,8 Milliarden Euro auf die Waage – gemessen an Umsatzmultiplikatoren, die zwischen 2,5× und 5× liegen.

Warum der deal jetzt ruck-zuck kommen muss

Die Zeit drängt. Die aktuellen Lizenzen laufen 2026 aus, und kein Club will wieder in die Ungewissheit. Berlin, Madrid, Barcelona und Mailand haben laut Verband bereits signalisiert, die Einmalzahlung von 30 bis 50 Millionen Euro pro Franchise zu akzeptieren, wenn sie dafür Anteile an einer neuen Betriebsgesellschaft erhalten. Die Liga verspricht sich davon stabile TV-Einnahmen, fixe Slot-Sicherheit und einen EBITDA-CAGR über 10 % bis 2035 – getrieben durch neue Medienrechte in den USA und asiatische Streaming-Pakete.

Die großen Gewinner heute: Anadolu Efes (320 Mio. Euro Teamwert) und Real Madrid (310 Mio.), die als einzige Clubs bereits über 300-Millionen-Bewertung liegen. Die großen Verlierer: traditionelle Riesen wie Olympiakos (nur 85 Mio.), die außerhalb der neuen Franchise-Liste stehen könnten. Kein Wunder, dass Athen gerade eine Allianz mit Saudia und dem griechischen Staatsfonds plant – um sich die Teilnahme zu erkaufen.

Was bedeutet das für den deutschen Basketball? Bayern München und Alba Berlin stehen in der zweiten Reihe. Berlin soll laut internen Papieren 65 Millionen Euro wert sein, München 72 Millionen – zu wenig für einen Top-10-Platz, aber genug, um als „Wild Card“-Kandidat 2027 einzusteigen. Die Kondition: 35 Millionen Euro Eintrittsgebühr plus Nachweis einer 10-Millionen-Euro-Bankgarantie. Die Liga will keine Zahlungsausfälle riskieren.

Der preis für den fans: tickets teurer, spieltag exklusiver

Der preis für den fans: tickets teurer, spieltag exklusiver

Der nächste TV-Vertrag wird 2025 ausgeschrieben – und er wird teurer. DAZN, Sky sowie Amazon haben bereits Lust gemacht, die Rechte für Deutschland, Spanien und Türkei gemeinsam zu paketieren. Erste internen Schätzungen gehen von 175 Millionen Euro pro Saison aus – plus 40 % gegenüber heute. Die Clubs wollen die Mehreinnahmen nicht in Kader, sondern in Stadion-Upgrades stecken: Barça plant ein 17.000-Palau-Remodeling, Milano will die Mediolanum Forum auf 16.500 Plätze erweitern.

Für Fans bedeutet das: Tickets werden teurer, weil die Liga künftig nach dynamic pricing verkauft – wie die NBA. Ein Courtside-Platz in Madrid kostete 2021 noch 380 Euro, heute sind es 650 Euro, 2027 könnten 1.000 Euro fällig werden. Die Arena wird zum Premium-Event, das Fernsehen zur Massenware. Die EuroLeague kopiert damit das amerikanische Vorbild – nur ohne Salary Cap und ohne Draft. Das Risiko: Die Schere zwischen Arm und Reich wächst, und kleine Märkte wie Zagreb oder Riga fallen raus.

Der Countdown läuft. Bei der Final-Four-Tagung in Mailand Anfang Mai will Liga-Chef Dejan Bodiroga die Franchise-Kriterien verkünden. Bis dahin müssen die Clubs ihre Finanznachweise liefern – und die Fans ihre Dauerkarten verlängern. Denn wer 2027 dabei sein will, muss heute schon zahlen. Die EuroLeague wird zur geschlossenen Gesellschaft – und die Eintrittskarte kostet jetzt schon 4,3 Milliarden Euro.