De laurentiis wirft hin: „25-minuten-halbzeiten mit effektiver zeit – wie in der nba“

Aurelio De Laurentiis schlägt nicht mehr nur mit der Faust auf den Tisch – er schmeißt den ganzen Tisch raus. Der Napoli-Präsident verlangt in einem CBS-Interview eine radikal neue Fußball-Chronologie: zwei Halbzeiten à 25 Minuten, Uhr stoppt bei jedem Ball-out, genau wie auf dem Basketballparkett. Seine Begründung klingt wie ein Frontalangriff auf die Generation TikTok. „Die Kids halten keinen 90-Minuten-Marathon durch, sie wollen Tempo, Schnitte, Action – sonst scrollen sie weiter.“

Warum ein ex-profi als figc-chef für ihn eine fehlbesetzung wäre

Der 74-Jährige liefert parallel das Konterfeit des perfekten Nachfolgers für Figc-Boss Gabriele Gravina: auf keinen Fall ein ehemaliger Spieler. „Wir brauchen jemanden, der im Palazzo Chigi Türen öffnet, nicht jemanden, der noch weiß, wie man einen Ball flach über die Außenseite schiebt“, spottet De Laurentiis. Fiskalrecht, Steuergestaltung, Subventionsfragen – das sei das neue Spielfeld. „Gattuso hatte beim Training schon Mitleidsgesuche statt Taktik rausgebracht, und das soll der Verband jetzt auch nicht wieder machen.“

Der Klubboss rechnet mit dem europäischen Establishment ab. Uefa und Fifa würden sich als Wohltäter gerieren, während sie die Profite der Klubs abzögen. „Sie lügen offen ins Gesicht derer, die das Geld verdienen“, wettert er. Als Beleg führt er die fehlende Unfallversicherung für Länderspiele an: „Mein Stürmer fällt drei Monate aus, weil er in San Marino umknickt – und ich darf die Gehaltszahlungen plus Ersatztransfer selbst stemmen. Wenn das in der NFL passiert, klingelt die Kasse sofort.“

Seine rechnung: zehn millionen gehalt, ein monat nationaleinsatz – eine million rückerstattung

Seine rechnung: zehn millionen gehalt, ein monat nationaleinsatz – eine million rückerstattung

De Laurentiis fordert eine Art Mietgebühr: Holt die Nationalmannschaft einen Spieler, soll sie einen zwölftel Jahresgehalt pro Monat an den Klub überweisen. „Eigentum bleibt Eigentum, auch im Fußball“, sagt er und unterstellt, manche Berufung erfolge nur, weil Berater unter der Hand Koffer tragen. „Das ist organisiertes Pfuschertum, nicht Professionalität.“

Den Zeitgeist will er mit einem simplen Hebel erzwingen: 50 Minuten Netto-Spielzeit, keine Nachspielzeiten nach Gefallen des Schiedsrichters, dafür ein Countdown auf der Großleinwand – NBA-Modus. „Die Kids schauen Fortnite-Streamer, weil die keine Luftlöcher produzieren. Wenn wir so weitermachen, landen wir beim Elfmeterschießen nach jedem Foul, nur um die Aufmerksamkeitsspanne zu täuschen.“

Ob die Idee je das Grüne Licht erhält, bleibt offen. Doch die Botschaft sitzt: Der Rekordmeister der Provokation hat wieder einmal den Zeitpunkt gewählt, da niemand mit Ruhe rechnet – und alle zuhören müssen.