Bo svensson kehrt zurück und übernimmt sofort fc kopenhagen

Bo Svensson ist wieder da. Nach 14 Monaten ohne Klub schlägt der dänische Ex-Bundesliga-Coach beim FC Kopenhagen zu – und das mit sofortiger Wirkung. Der Traditionsverein trennte sich am Wochenende von Jacob Neestrup, nun übernimmt der 46-Jährige, der in der dänischen Hauptstadt aufwuchs und zwischen 1996 und 2006 als Spieler drei Meistertitel feierte.

Svensson unterschreibt mehrjahresvertrag

Der Klub bestätigte am Montag einen „Mehrjahresvertrag“, hüllt sich aber in Schweigen über die genaue Laufzeit. Das Signal ist dennoch klar: Kopenhagen setzt auf Langfristigkeit statt Feuerwehr. Svensson selbst ließ keine Zweifel an seiner Motivation: „Es ist mir eine Ehre, zu meinem geliebten Verein zurückzukehren. Ich kenne die DNA des Klubs, ich kenne die Erwartungen – und ich weiß, dass ich liefern muss.“

Die Erwartungen sind hoch. Kopenhagen liegt nach sieben Spieltagen nur auf Tabellenplatz fünf, bereits fünf Punkte hinter Spitzenreiter FC Midtjylland. Die Champions-League-Teilnahme der vergangenen Saison wirkt wie ein ferner Traum, stattdessen droht die Mannschaft erstmals seit zwölf Jahren ohne internationale Gruppenphase zu enden. Derweil brodelt es in der Fan-Szene: Ultras kritisisierten mangelnden Spielstil und fehlende Identifikation unter Neestrup.

Svensson gilt als Gegenentwurf. Beim FSV Mainz 05 etablierte er zwischen 2021 und 2023 ein aggressives Pressing, schaffte es, die 05er zwei Mal nacheinander auf Rang acht zu führen – und das mit einem Budget, das kaum über der Liga-Mitte lag. Seine Arbeitsweise: detailverliebt, datenbasiert, aber mit dem Fokus auf Menschen. Spieler wie Aarón Martin oder Dominik Kohr schwärmen noch heute von seiner „Klarheit, was jeder einzelne auf dem Platz zu tun hat“.

Die bremen-absage und die lehren daraus

Die bremen-absage und die lehren daraus

Nur kurz war er im Winter 2024 bei Union Berlin, da lief es sportlich nicht. Die Trennung folgte nach 79 Tagen. Doch statt aufs Sofa zu gehen, bereitete er sich auf den nächsten Schritt vor. In Bremen galt er als Wunschkandidat für den Fall, dass Horst Steffen den Abstieg nicht verhinderte. Svensson lehnte ab – und nahm sich Zeit. „Ich wollte nicht irgendwo reinlaufen, sondern zu einem Projekt, das zu mir passt“, sagte er vor zwei Monaten dem dänischen Sender TV 2 Sport. Nun ist dieses Projekt da – und es trägt die Initialen FCK.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Verpflichtung mehr ist als ein sentimentales Homecoming. Kopenhagen spielt bis zur Winterpause noch fünf Ligaspiele, unter anderem gegen Konkurrent Bröndby und Tabellenführer Midtjylland. Schafft Svensson den Sprung auf ein internationales Ticket, dürfte seine Rückkehr als Meisterstreak gerühmt werden. Misslingt der Start, wird schnell laut werden, dass Gefühle alleine keine Punkte bringen.

Fakt ist: Svensson tritt sein Amt mit offenen Augen an. Und mit einem Vorteil, den viele Trainer nicht haben: Er kennt den Verein besser als jeder Scout. „Ich weiß, was die Fans hören wollen: Sie wollen kämpfen, sie wollen Leidenschaft – und sie wollen Siege“, sagt er. Der erste Test folgt bereits am Sonntag im Pokal-Achtelfinale gegen Lyngby. Danach zählt nur noch die Tabelle. Dort will der Sohn von Kopenhagen endlich wieder nach oben.