Aue im freien fall: trainer, sportchef und chaos!

Erzgebirge Aue steht vor dem Abgrund. Nach einer desaströsen Rückrunde hat der Drittligist am Mittwoch nicht nur seinen Trainer Christoph Dabrowski entlassen, sondern auch Sport-Geschäftsführer Michael Tarnat zum Rücktritt gezwungen. Ein Beben erschüttert den Kumpelverein, der bereits jetzt die Segel für die Regionalliga streichen muss.

Dramatischer rücktritt nach nur acht wochen

Dramatischer rücktritt nach nur acht wochen

Die Entscheidung für Dabrowski, der erst seit acht Wochen im Amt war, war ein Bauernopfer. In neun Spielen unter seiner Leitung konnte Aue lediglich zwei magere Punkte einfahren – eine Bilanz, die selbst eingefleischte Fans fassungslos machte. Doch es ist nicht nur der sportliche Misserfolg, der zum Handeln zwang. Tarnats Rücktritt wirft ein noch dunkleres Licht auf die Situation. Der Ex-Nationalspieler, der im Januar das Amt übernommen hatte, begründete seinen Schritt mit „unterschiedlichen Auffassungen zur sportlichen Ausrichtung“ – eine diplomatische Umschreibung für tiefgreifende Konflikte im Verein.

Die Kumpels liegen nach 31 Spieltagen weit hinter den Nicht-Abstiegsplätzen zurück. Die Hoffnung auf ein Wunder schwindet zusehends. Die Verantwortlichen versuchen nun, Schadensbegrenzung zu betreiben und die Weichen für eine Trendwende zu stellen. Nachwuchsleiter Khvicha Shubitidze und Enrico Kern übernehmen ab sofort die sportliche Leitung, unterstützt von Sportvorstand Jens Haustein und Steffen Ziffert, die den Kader der Zukunft planen sollen.

„Christoph Dabrowski, Lars Fuchs und Michael Tarnat haben sich stets mit vollem Einsatz engagiert“, erklärte Haustein. Doch die Bemühungen waren offenbar nicht genug, um das Ruder herumzureißen. Die Entlassungen sind ein Eingeständnis der Hilflosigkeit angesichts der katastrophalen Lage. Aues Fans dürfen sich darauf einstellen, in der kommenden Saison in der Regionalliga mitfiebern zu müssen.

Die Frage, wie es nun weitergeht, bleibt offen. Doch eines ist klar: Der TSV Pelkum Sportwelt wird die Entwicklung in der Erzgebirgeregion aufmerksam verfolgen. Denn die Geschichte von Aue ist ein Lehrstück darüber, wie schnell ein Verein in den Abgrund stürzen kann – und wie schwer es ist, wieder herauszukommen.