Georg koch verliert seinen letzten kampf – fortuna trauert um ihren helden

Er hielt den Ball, hielt dagegen, hielt durch. Dann hielt er den Tod drei Jahre lang auf. Am Mittwoch um 12.07 Uhr hat es ihn doch erwischt: Georg Koch ist mit 54 an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben. Der Mann, der einst für Fortuna Düsseldorf zwischen den Pfosten stand, stand bis zuletzt zwischen Leben und Ende.

Die diagnose war ein freistoß unter die latte

Sechs Monate, sagten die Ärzte. Das war 2021. Koch antwortete mit einem Interview, nicht mit einem Testament. „Die Krankheit ist unheilbar, ich werde sterben. Aber wann mich der liebe Gott holen wird, hat er noch nicht entschieden!“ So sprach ein Schlussmann, kein Sterbender. Er machte seine Geschichte öffentlich, weil er wollte, dass die Leute sich erinnern – nicht an den Tumor, sondern an den Typen, der 1995 mit Fortuna aus der dritten Liga in die Bundesliga stürmte.

213 Erstliga-Spiele, 165 Zweitliga-Einsätze, dazu die ewige Nummer in Düsseldorf. Dort wurde er 1995 zum Kult, weil er in der Relegation gegen MSV Duisburg zwei Elfmeter hielt und den Aufstieg besiegelte. Später wechselte er zu Kaiserslautern, Cottbus, Bielefeld, aber das Herz blieb am Rhein. Wer die Flinger Broich an jenem Samstag im Mai 1995 erlebte, weiß noch, wie der Platz wackelte, als Koch nach dem Schlusspfiff die Fahne schwenkte.

Der letzte satz war kein abpfiff, sondern eine ansage

Der letzte satz war kein abpfiff, sondern eine ansage

Koch trainierte Jugendtorhüter, kommentierte für TV Sender, baute eine Agentur auf. Dann kam der Befund: Pankreas Karzinom, Stadium IV. Statt sich zurückzuziehen, startete er einen Podcast, schrieb Kolumnen, besuchte alte Kameraden. Er wollte zeigen, dass man auch mit Terminaldiagnose noch Tage gewinnen kann. Drei Jahre lang spielte er Verlängerung, ohne Schiedsrichter, nur mit Chemo und Ironie.

Am Mittwoch ging das Licht aus. Fortuna Düsseldorf wird beim nächsten Heimspiel eine Torwart-Kopie seiner Karriere in den Himmel schießen lassen. Die Kurve wird skandieren: „Georg Koch – du warst mehr als ein Keeper, du warst eine Faust im Nichts.“