Gendrey erlebt nächsten tiefschlag: dreifacher knöchelbruch bremst hoffenheimer außenbahn
Valentin Gendrey liegt wieder auf dem OP-Tisch – und mit ihm die Hoffnung der TSG Hoffenheim auf eine stabile rechte Abwehrseite. Der Franzose zog sich am Dienstag beim Training erneut eine Knöchelsprunggegelenk-Fraktur ohne Fremdeinwirkung zu, die dritte innerhalb von zwölf Monaten. Die Saison ist damit für ihn gelaufen, die Karriere erneut auf Null gestellt.
Vom aufsteiger zum dauergast im reha-zentrum
Nach seinem Wechsel von US Lecce für fast zehn Millionen Euro schien Gendrey der ideale Hybrid-Verteidiger: offensiv mit Vorlageinstinkt, defensiv robust. 22 Bundesligaspiele, fünf Europa-League-Einsätze, ein Pokalauftritt – und dann das Bruch-Desaster in Freiburg. Das Schlüsselbein war erst der Auftakt. Im Sommer folgte der erste Knöchelbruch, ausgerechnet im Aufwärmprogramm. Die Folge: Not-Verpflichtung von Vladimir Coufal, 32, ein Free-Agent, der eigentlich nur Kurzfrist-Nothilfe werden sollte.
Mitte Dezember kehrte Gendrey zurück, spielte sich in Minutenschritten zurück in die Form. Am 23. Spieltag traf er gegen Freiburg – dasselbe Team, das ihn im April ausgeknockt hatte. Ironie des Sportplans? Das Schicksal lachte nur kurz. Am vergangenen Dienstag knallte es wieder, ein harmloser Sprint, ein unglücklicher Aufsetzer – und die neue Fraktur sitzt nur Millimeter neben der alten. Der Operateur spricht von einer „biomechanischen Schwachstelle“, der Athlet von einem „Gefühl, als würde der Körper mich bestrafen“.

Vertrag läuft, vertrauen bleibt
Andreas Schicker, Sport-Geschäftsführer der TSG, bestätigt die erneute Operation und kündigt „rund-um-die-Uhr-Betreuung“ an. Zwei Jahre Vertragslaufzeit sind noch zu erfüllen, das Gehalt ist versichert, doch die Uhr tickt. Die medizinische Abteilung prüft nun, ob eine anatomische Korrektur der Fußstellung nötig ist – eine Entscheidung, die den Spieler monatelang außer Gefecht setzen könnte.
Die Bundesliga-Statistik ist gnadenhaft: Gendrey kam in dieser Spielzeit auf 211 Minuten, dazu ein Tor. Die nächste Saison wird wieder mit Null begonnen. Bleibt die Frage, wie viele Comebacks ein Körper erlaubt, der sich selbst als Gegner entlarvt hat. Die TSG plant bereits mit externen Scouting-Listen für die Außenbahn – ein Zeichen, dass auch der Klub langsam an seine Grenze stößt.
Für Gendrey heißt es wieder: Kreide, Krankenhaus, Kampf. Die Karriereuhr steht auf 25 Jahre, 0 Monate Saisonrest. Wer sich dreimal am selben Knöchel bricht, der muss nicht nur heilen – er muss sich neu erfinden. Die Bundesliga wartet, der Franzose auch. Ob sie sich wiedersehen, entscheidet sich im Sommer 2025, wenn seine letzte Chance auf ein zweites Debüt beginnt.
