Gc-zürich feuert scheiblehner: fans rebellieren gegen dauerkreisel

Ein Tag nach der 0:3-Demo in Wil schlägt der Grasshopper Club wieder einmal den Reset-Knopf: Gerald Scheiblehner ist raus – und die Letzigrund-Community kocht. Die Rechnung der Vereinsspitze, mit dem österreichischen Coach einen „neuen Impuls“ zu liefern, ging prompt nach 34 Pflichtspielen und 1,06 Punkten im Schnitt in die Hose.

Die Fans reagieren nicht traurig, sie reagieren müde. „Zum fünften Mal in fünf Jahren höre ich ‚nächste Saison packeln wir richtig an‘“, schreibt ein User auf Instagram. Die Zahlen, die dahinterstehen, sind längst keine Überraschung mehr: seit 2014 wechselte der Klub 17 Mal den Trainer – im gleichen Zeitraum holte der FC Thun mit zwei Übungsleittern zwei Europacup-Teilnahmen.

„Der fisch stinkt vom kopf“

Während Sportchef Alain Sutter von Kontinuität schwafelte, kassierte die Mannschaft in 30 Meisterschaftsspielen unter Scheiblehner gerade einmal fünf Siege. Die Spieler blieben schon wieder unangetastet – und genau das stört die Anhänger. „Warum muss immer der Trainer gehen, wenn die Profis sich danebenbenhalten?“, fragt eine GC-Anhängerin. Ein anderer nennt Scheiblehner schlicht das „Bauernopfer“ für strukturelle Fehlplanung.

Die Verweigerungshaltung ist Programm. „16 Impulse in zehn Jahren, nichts hat gehalten – jetzt kommt Impuls Nummer 17“, spottet ein Kommentar. Die Ironie: Der GC spielt in zwei Wochen Cup-Halbfinale gegen YB, doch die Mannschaft dürfte kaum wissen, wer an der Linie steht. Die Leihe von Luka Lupi (FCZ) soll im Sommer abgebrochen werden – ein Flickenteppich statt Konzept.

Hoffnung statt erleichterung

Hoffnung statt erleichterung

Natürlich gibt es auch Befürworter. „Fünf Siege in 30 Spielen – das spricht für sich“, lautet das knappe Fazit eines Erleichterten. Die Frage ist nur: Erleichterung wohin? Die Super-League-Tabelle zeigt den GC auf Relegationsrang, zwei Punkte trennen das Urgestein vom ersten Gang in die Challenge League seit 2012.

Die Vereinsführung schweigt bislang zu Nachfolger und Langfristplan. Wer jetzt einsteigt, erbt eine verunsicherte Truppe, einen halb leeren Kader und das Damoklesschwert Playoff. Die Fans haben schon jetzt die Kurve: „Good luck, Trainer Nummer 18 – du wirst ihn brauchen.“