Gc im freien fall: ex-trainer forte schießt gegen führungsetage

Zürich – Der Grasshopper Club Zürich steckt tiefer in der Krise als je zuvor. Nach dem desaströsen 0:5 gegen Genf und dem verpatzten Debüt von Trainer Gernot Messner drückt die Abstiegslinie bedrohlich schwer auf den Rekordmeister. Doch das sportliche Dilemma ist nur die Spitze des Eisbergs, denn ehemalige Weggefährten schießen nun gegen die handelnden Personen im Verein.

Konstanz als schlüssel zum erfolg – und das fehlt gc

Konstanz als schlüssel zum erfolg – und das fehlt gc

Uli Forte, der GC 2013 sensationell zum letzten Meistertitel führte, hält die ständigen Wechsel in der Führungsetage für das Hauptproblem. „Drei verschiedene Führungspersonen in fünf Jahren – das ist einfach nicht tragbar“, kritisiert der erfahrene Coach im „Blick“. Es fehle schlichtweg die Kontinuität, die für nachhaltigen Erfolg unerlässlich ist. Die Erinnerung an den DFB-Pokalsieg vor 13 Jahren, eine Zeit junger Wilden, die die Welt erobern wollten, wirkt in der aktuellen Situation wie ein ferner Traum.

Die Verpflichtung von Talenten wie Jonathan Asp Jensen von Bayern München erwies sich als Fehlschlag, und auch die Winter-Neuzugänge konnten die Abstiegsängste nicht zerstreuen. Die Mannschaft zeigte zwar in Phasen gutes Spiel, ließ aber die entscheidenden Punkte liegen. „In ihren guten Momenten haben sie nicht nachgelegt. Diese Punkte fehlen am Ende“, analysiert Forte.

Das Momentum liegt bei Winterthur. Der FC Winterthur, den Forte im Frühjahr 2021 sensationell vor dem Abgrund rettete, scheint die bessere Vorbereitung auf den Abstiegskampf zu haben. „Um die Negativspirale zu durchbrechen, müssen Gespräche geführt werden, die in die Köpfe und Herzen der Spieler wirken“, empfiehlt der Ex-Trainer. Es bedarf einer Veränderung, einer Kurskorrektur, um das Ruder noch herumzureißen.

Die Verantwortlichen des Grasshopper Clubs stehen nun vor einer gewaltigen Aufgabe. Die Fans sind enttäuscht, die Spieler verunsichert und der Druck steigt ins Unermessliche. Ob die aktuelle Führung die Krise bewältigen kann, bleibt abzuwarten. Die Zeit drängt, denn das Halbfinale im Cup gegen Stade-Lausanne-Ouchy am 17. April steht unmittelbar bevor – ein Spiel, das für GC mehr als nur ein Pokalmatch ist, sondern ein Test der Moral und des Willens.