Gc feuert scheiblehner: sutter zieht notbremse im abstiegskampf
Der Grasshopper Club hat den Rotstift gezogen. Nach nur einem Sieg im Kalenderjahr 2026 flog Trainer Gerald Scheiblehner raus – und das, obwohl der 54-Jährige laut Sportchef Alain Sutter „nichts falsch gemacht“ hat. Der Grund? Die nackten Zahlen. Die Resultate. Die Tabelle.
Die lage ist klar: gc liegt am boden
Die Hymne von Thun hatte noch nachgeklungen, da stand Sutter bereits auf dem GC-Campus vor den Medien. Das 1:5 war mehr als eine Niederlage – es war ein Weckruf. Winterthur gewann parallel, GC rutschte tiefer in den Sinkflug. Der Abstieg klopft nicht mehr an. Er steht bereits im Flur.
Sutter spricht von einem „neuen Impuls“. Keine Panik, sagt er. Aber wer ihn kennt, weiß: Wenn der ehemalige Nationalspieler redet, ist die Kasse bereits gezählt. Die Trennung von Scheiblehner war keine Eintagsfliege, sondern das Produkt stundenloser Videoanalysen und eines Blickes auf die Tabelle, der weh tut.

Messner, gashi, pavlovic: das trio der letzten chance
Neu an der Seitenlinie: Gernot Messner, begleitet von Assistenzcoach Shefki Gashi und Torwarttrainer Danijel Pavlovic. Drei Namen, die in Zürich keine Erfolgsgarantie versprechen, aber eines haben: Sie wissen, dass sie alles verlieren können. „Ihnen ist die Schwere der Lage bewusst“, sagt Sutter. Und sie sind trotzdem gekommen.
Die Mission klingt simpel, ist es aber nicht: Punkte. Mehr Punkte. Schnell. Das Trainerteam soll die Kurve kriegen, wo Scheiblehner nur Geradeaus fuhr. Die Mannschaft ist jung, die Moral angeknackst, die Richtung unklar. Die Fans fragen sich: Reicht ein Impuls, wenn der Motor bereits raucht?
Sutter gibt sich kämpferisch. „Wenn ich nicht daran glauben würde, müsste ich sagen, dass ich nicht mehr der Richtige bin für diesen Job.“ Ein Satz, der klingt wie ein Selbstschuss. Denn wenn der Sportchef an der nächsten Bruchlandung beteiligt ist, steht auch er auf der Abschussliste.
Die Saison ist noch nicht gerettet. Aber eine Sache ist sicher: Bei GC tickt die Uhr lauter als je zuvor. Und sie tickt gegen Messner, gegen Sutter – und gegen die Tradition des Clubs, der einst Meister wurde und nun um die Lizenz kämpft. Der erste Test folgt am Wochenende. Dann zeigt sich, ob der Impuls reicht – oder ob GC nur die Krise wechselt.
