Gayà entkommt dem horror: kopf-tackle, klinik, freudentränen
José Luis Gayà spazierte am Montag durch die Ciutat Esportiva de Paterna, als wäre nichts gewesen. Keine Schmerzen, keine Tränen, keine dunklen Ringe unter den Augen. Nur ein kleiner Pflasterfetzen am Schlüsselbein erinnerte an den Moment, als der Valencia-Kapitän am Samstagabend im Sánchez-Pizjuán mit leerem Blick ins Leere starrte und die Beine wegbrachen.
Zweimal juanlu, einmal schock: der 26. minute, die alles veränderte
Der Ball war schon weg, als Juanlu Sánchez zum ersten Mal eintraf. Sekundenbruchteile später krachte sein Schädel ein zweites Mal gegen Gayàs Jochbein. Der Spanische Nationalspieler sackte auf den Rasen, die Hände krampften sich an den Kopf, die Welt drehte sich. Die medizinische Leitung schaltete sofort das LaLiga-Konfusionsprotokoll, das Stadion verstummte. Kein Pfiff, keine Buhrufe – nur das Klappen der Tragbahre, die über das Grün rollte.
Im Krankenhaus Viamed Santa Isabel warteten CT, MRT und ein Neuro-Team. Erste Diagnose: keine Hirnblutung, keine Fraktur. Dennoch blieb Gayà zur Überwachung, begleitet von Teamarzt Doctor Héctor Usó. Um 2:37 Uhr Ortszeit erhielt er Entlassung, stieg noch in der Nacht in den Mannschaftsbus. In Valencia angekommen, schlief er vier Stunden – dann ging’s zurück ins Hospital Casa de la Salud.

Knochen scan, nervencheck, albtraum vorbei
Die Neuvermessung am Montag war ein einziges Negativ-Feuerwerk: Keine Schädelprellung, keine Jochbeinfraktur, keine Netzhautläsion. Der linke Augenring war zwar noch tiefrot, die Schwellung aber zurückgegangen. „Wir haben alle Alarmstufen durchlaufen und sind bei null gelandet“, sagte ein Clubarzt, der lieber anonym bleiben wollte. Die medizinische Freigabe gilt sofort, ein Einsatz im Top-Spiel gegen Real Madrid am Sonntag ist laut interner Planung „nicht ausgeschlossen“.
Für Trainer Ruben Baraja ist das mehr als nur ein Personalpoker. Gayà ist nicht nur Kapitän, sondern auch symbolischer Motor eines Teams, das seit fünf Spielen ungeschlagen ist. Seine Erfahrung fehlte in der zweiten Halbzeit in Sevilla, als Valencia nach dem Schock noch zwei Gegentore kassierte und mit 0:3 unterging.
Der 28-Jährige selbst schrieb auf Instagram lediglich: „Danke für eure Nachrichten, ihr habt mir den Tag gerettet.“ Kein Drama, keine Hashtags. Nur ein Foto, auf dem er mit Sonnenbrille und breitem Grinsen neben seiner Tochter posiert. Der Horror dauerte 48 Stunden – und ist jetzt Geschichte.
