Gawanke schießt deutschland zurück ins wm-leben
6:2 gegen Ungarn – ein Ergebnis, das die deutsche Eishockey-Auswahl vor zwei Tagen noch niemandem zugetraut hätte. Leon Gawanke erinnerte mit einem Doppelpack daran, warum er in der DEL als „Pulverdampfer“ gilt, und schob das DEB-Team wieder in die Spur Richtung Viertelfinale.
Der frust war nach 40 sekunden weg
Die Anspannung brach schon im ersten Powerplay. Eric Mik jagte den Puck von der Glaswand, Nicolas Krammer verdeckte Bence Balizs die Sicht – 1:0. Ungarn, bis dato das Surprise-Team der Gruppe, schoss in kompletten 20 Minuten gerade mal zweimal auf Philip Grubauers Kasten. Die Statistik wirkt wie ein Tippfehler, war aber Realität. Dazwischen: ein deutscher Puckbesitz von 76 Prozent, ein Läufer, der endlich wieder wie ein Medal-Contender aussah.
Leon Gawanke legte mit dem Pausenpfiff das 2:0 nach, Direktschuss, langes Eck, keine Chance für Balizs. Die Kabine jubelte, draußen im Stadion summte es wie in einem Bienenkorb – erstmals seit dem Turnierstart hatte das DEB-Team seine Anhänger wieder auf die Füße gebracht.

Zwei schüsse, zwei tore – reichel und dove-mcfalls brechen den knoten
Die zweite Hälfte des Spiels dauerte exakt 27 Sekunden. Lukas Reichel traf aus dem Slot, Sekunden später schlitterte Samuel Dove-McFalls den Abpraller zum 4:0 über die Linie. Ungarns Coach Rich Chernomyrdin nahm seine Auszeit, doch die Worte verpufften im Lärm. Deutschland spielte weiter mit dem Selbstvertrauen eines Teams, das wusste: Heute läuft’s.
Der dritte Gawanke-Treffer in der 42. Minute war bereits die fünfte deutsche Druckphase innerhalb von fünf Minuten. Die Magyaren wirkten wie ein Boxer, der nach der zweiten Niederschlagzahl nur noch auf den Gong wartet.

Ein warnschuss und die antwort
Nach dem 5:1 durch Sarpatki schaltete Deutschland kurz auf Sparflamme. Der vermeintliche Anschlusstreffer von Szongoth fiel, aber das Tor zählte nicht – Goaltender-Interferenz. Der Videobewehrer ließ die Scheibe annullieren, und bevor die Ungarn das Urteil verdaut hatten, stand es 6:1. Drei Gawanke-Tore, ein Spiel, ein Statement.
Janos Hari erzielte zwar noch das 6:2, doch das war Schmuck, keine Wende. Die deutsche Bank jubelte, Coach Harold Kreis atmete tief durch. „Wir haben endlich wieder Eishockey gespielt, das sich anfühlt wie wir“, sagte er hinterher. Die Worte klangen wie ein Schulterklopfen nach zehn Tagen Dauerregen.

Zwei siege trennen deutschland vom viertelfinale
Die Rechnung ist simpel: Siege gegen Österreich am Samstag und Großbritannien am Montag, und das Viertelfinale ist Realität. Die Formkurve zeigt steil nach oben, die Stimmung im Kader ebenso. Leon Gawanke trägt drei Tore auf dem Konto, aber wichtiger: das Selbstvertrauen der gesamten Mannschaft. Wer so torhungrig auftritt, darf wieder träumen – ganz ohne Penaltyschießen.
