Gattusos azzurri in der endlosschleife: heute startet der kampf um die wm

Um 20.45 Uhr in Belfast flitzt der erste Ball, und mit ihm die letzte Chance für Italien, nach den Desastern von 2018 und 2022 endlich wieder eine Weltmeisterschaft zu erreichen. Gattuso hat seine Mannschaft in ein karges Play-out-Härtewochenende geschickt: Irland heute, im Falle eines Sieges am Dienstag entweder Bosnien oder Wales.

Der plan ist simpel, die gefahr groß

Die Nordiren stellen mit fünf Mann im Strafraum und einem libero auf Zeit ein Bollwerk auf, das schon die Portugiesen zweimal zur Verzweiflung trieb. Gattuso kontert mit drei Stürmern und einer Doppelsechs, in der Barella und Tonali die Laufzeit kontrollieren. Wer den Fehler macht, fliegt. Keine wilden Experimente, keine Rotation um der Rotation willen.

Lo que nadie cuenta es: Italiens Fehlerquote in der Quali lag bei 2,3 pro Spiel, nur Liechtenstein war schlechter. Gattuso hat die Videoanalysten wach geschaltet, jeden Schnitt, jede zweite Welle, jeden Standard neu gezeichnet. Die Spieler bekamen ein iPad mit 73 Szenen, in denen Irland den Gegner in der Nachlaufzeit noch einmal traf. Die Botschaft: Erst 95. Minute, dann Jubel.

Ein sieg reicht nicht – die finale-falle wartet

Ein sieg reicht nicht – die finale-falle wartet

Sollte das Azzurri-Experiment gelingen, folgt binnen 72 Stunden das Finale in Cardiff oder Zenica. Flug, Hotel, Training, Match – ein Hamsterrad, das die italienische medizinische Abteilung „Schedule-Hölle“ nennt. Die Verbandsspitze hat Charterflüge blockiert, Physioblöcke bis 3 Uhr nachts freigegeben. Die Spieler wissen: Wer jetzt kränkelt, fliegt raus, egal ob er Chiellini heißt oder Chiesa.

Und während die Mannschaft kämpft, wirft die Gazetta dello Sport einen Deal hin: Digital-Abonnement plus Panini-Album für 80 Euro. Die Botschaft: Sammelt eure Helden, bevor sie scheitern. Eine PR-Idee so raffiniert wie zynisch – denn wer sammelt, der glaubt.

Heute Abend zählt nur das Ergebnis. Alles andere – Taktik, Tiki-Taka, Talent – wird in Belfast zu Makulatur, wenn der Schiri pfeift und die grüne Wand losbrüllt. Die Italiener müssen gewinnen, sonst bleibt die WM ein Traum, der sich ein weiteres Mal in Luft auflöst.