Gastone nencini: der rauchende giro- und tour-held – ein früh verstorbenes rad-genie
Ein tragischer verlust: vor 46 jahren starb gastone nencini
Vor genau 46 Jahren, am 1. Februar 1980, verlor die Radsportwelt einen ihrer größten, aber oft vergessenen Helden: Gastone Nencini. Der Italiener, der sowohl den Giro d’Italia als auch die Tour de France gewann, starb viel zu früh an einem schweren Krebsleiden – kurz vor seinem 50. Geburtstag. Während Namen wie Coppi und Bartali in Deutschland bekannter sind, bleibt Nencini ein faszinierendes Mysterium.
Der mann, der wie ein schornstein rauchte
Ungewöhnlich für einen Spitzensportler, rauchte Gastone Nencini exzessiv. Berichten zufolge war er ein Kettenraucher, der sich sogar vor und nach Rennen eine Zigarette anzündete! Diese Kuriosität trug zu seinem Image als unkonventioneller Champion bei. Seine Ausdauer und sein Talent ließen ihn dennoch zu einem der erfolgreichsten Fahrer seiner Zeit werden. Er war ein wahrer Rebell auf zwei Rädern.
24 Siege als profi: eine beeindruckende karriere
In den 1950er und 60er Jahren feierte Nencini insgesamt 24 Siege als Profi. Er glänzte sowohl bei Zeitfahren auf der Ebene als auch bei steilen Berganstiegen. Seine Abfahrtskünste waren legendär, er nahm Kurven mit einer fast schon waghalsigen Geschwindigkeit und holte so entscheidende Sekunden heraus. Er war ein kompletter Radsportler, ein Allrounder par excellence!
Geschwindigkeitsrekord und der beiname „löwe von mugello“
Sein Geschwindigkeitsrekord beim Giro d’Italia 1957 (37,486 km/h) blieb unübertroffen für ganze 26 Jahre! Sein Kampfgeist und seine Unerschrockenheit brachten ihm den Beinamen „Löwe von Mugello“ ein. Der Toskaner war wortkarg und mied die Öffentlichkeit, weshalb er auch als „Mistero“ bezeichnet wurde. Ein Rätsel, das die Radsportwelt bis heute fasziniert.
Tour de france triumph und eine pikante zugfahrt
1960 triumphierte Nencini bei der Tour de France und war dem Gewinn von Giro und Tour im selben Jahr nahe. Er trug das Gelbe Trikot bis nach Paris, ohne eine einzige Etappe zu gewinnen. Eine bemerkenswerte Leistung, die seine taktischen Fähigkeiten und sein Renngeschick unter Beweis stellte. Aber auch abseits der Strecke war Nencini für Überraschungen gut: Eine pikante Zugfahrt nach dem Sieg in Paris sorgte für Gesprächsstoff!
Ein vermächtnis, das weiterlebt
Obwohl Gastone Nencini früh verstarb, wird sein Andenken wachgehalten. Seit 2012 gibt es in der Toskana einen regionalen Fernsehsender, der seinen Namen trägt. Zudem wurde 2020 in Florenz ein Platz nach ihm benannt. Er war ein harter Kerl mit einem weichen Herzen, ein unvergesslicher Radsportler, der die Herzen der Fans entflammte und das Schicksal des Rennens oft auf den Kopf stellte. Ein wahrer Held, der nicht in Vergessenheit geraten darf!