Gassova: ein winterflop in weiß und blau?

Die Ernüchterung ist komplett: Wesley Gassova, geholt als Hoffnungsträger für die offensive Real Sociedad, wird zum Zuschauerspieler degradiert. Gegen Valencia blieb der Brasilianer erneut auf der Bank – der 20. Einsatz, den er seit seinem Wechsel im vergangenen Winter verpasst hat, wirft ein Schlaglicht auf eine Transferpolitik, die derzeit fragwürdig erscheint.

Die verheißung, die verpuffte

Die verheißung, die verpuffte

Als Take Kubo ausfiel, schien Wesley Gassova die ideale Lösung zu sein. Sportdirektor Erik Bretos schwärmte bereits im Januar von dem jungen Brasilianer, der angeblich von den „wichtigsten Klubs“ verfolgt wurde. „Eine der interessantesten Gelegenheiten, die sich uns bot“, nannte er die Verpflichtung des damals 21-Jährigen. Seine kurze Einwechslung im Derby gegen Athletic Bilbao ließ kurz Hoffnung aufkeimen. Doch die ließ nicht lange auf sich warten, um zu verblassen.

Die Bilanz ist erschreckend: 85 Minuten in 1.830 möglichen. Ein Einsatzgrad von gerade mal 4,6 Prozent. Das ist nicht nur für einen Wintertransfer ein miserabler Wert, sondern auch für einen Spieler, der als Verstärkung gedacht war. Wesleys Startelf-Debüt im Bernabéu endete bereits zur Halbzeit – ein Vorgeschmack auf eine frustrierende Zeit in San Sebastián.

Die Suche nach Form blieb aus. Nach dem enttäuschenden Auftritt in Madrid folgte ein einmonatiger Dammbruch. Ein kurzes Aufblitzen gegen Osasuna und ein paar Minuten gegen Getafe konnten den negativen Trend nicht aufhalten. Der Pizjuán brachte lediglich acht weitere Einsatzminuten.

Die Erwartungen an Neuzugänge im Winter sind in Zubieta hoch – sie sollen sich umgehend beweisen. Wesley hat es verfehlt. Seine verpasste Chance gegen Valencia unterstreicht die Diskrepanz zwischen dem Versprechen und der Realität.

Bleibt Wesley Gassova noch eine Chance, sein Glück in Weiß und Blau zu suchen? Das Auswärtsspiel gegen Espanyol könnte seine letzte Gelegenheit sein, sich in Erinnerung zu spielen. Die Frage ist, ob Matarazzo ihm diese Chance überhaupt geben wird. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Wesley Gassova ist derzeit weit entfernt von dem Spieler, den man sich im Winter erhofft hat.