Gasperinis roma bricht gegen lecce in neuer formation auf – die 30. spieltag-blamage?

Kurz nach 18 Uhr rollt der Ball im Olimpico, doch die wahre Bombe platzte schon Stunden zuvor: Gasperini verzichtet gegen Lecce auf jeden eingefleischten Stammkranken. Svilar steht statt Patricio, vor ihm formiert sich eine Dreierkette aus Mancini, Ndicka und dem frisch geholten Hermoso. Kein klassicher Sechser, dafür Cristante und der 20-jährige El Aynaoui im Doppelsturm der Mitte – ein Risiko, das in der Kurve schon als «Selbstversuch» gilt.

Roma setzt auf jugendliche wucht, lecce antwortet mit erfahrung

Hinter Malen, der als falsche Neun startet, lauern Pisilli und Kapitän Pellegrini wie zwei lose Kanonen. Die Kurve jubelt der Idee, nicht dem Blatt: endlich Tempo statt Tiki-Taka. Doch Di Francesco liest das Spiel mit kaltem Blick. Sein 4-2-3-1 presst früh, Ramadani und Ngom sollen die jungen Römer in die rote Zone treiben. Vorne wartet Stulic, in dieser Saison schon fünfmal als Joker entscheidend – heute von Anfang an.

Die Statistik nagt an Gasperinis Plan: Kein Heimsieg gegen Lecce seit 2022, drei Pleiten in Folge, jeweils nach frühem Gegentor. Die Zahlen sind laut, die Kurve lauter. «Wenn wir nach 20 Minuten nicht führen, wird es eng», sagte ein Roma-Analyst gestern noch in den Katakomben. Er sprach aus, was viele denken: Gasperinis Job steht auf dem Prüfstand, der Club liegt nur zwei Punkte über dem Strich.

Die unbekannten, die entscheiden könnten

Die unbekannten, die entscheiden könnten

Die größte Wildcard ist Rensch. Der Ajax-Leihgut kann auf rechts sowohl überlappen als auch invertiert die Halbräume stürmen. Lecce-Linksverteidiger Gallo hat in dieser Saison 23 Fouls gegen Tempodribbler begangen – Platzverweisgefahr in Reinform. Auf der Gegenseite wirft Banda mit 35 km/h-Sprints Roma-Linksverteidiger Tsimikas in einen Dauerlauf, der die griechischen Lungen vergiften soll.

Die Wetter-App zeigt 23 Grad und leichten Südwind – perfekt für Flankenläufe. Doch Gasperini trainierte diese Woche fast nur Standards. Er kennt die Schwäche: Lecce kassierte bereits elf Eckbälle, Roma erzielte daraum acht Treffer. Ein Kopfball von Mancini nach 12 Minuten? Die Wettbüros zahlen das fünffache, die Stimmung im Block sieht es schon als Fakt.

Kick-off naht, die Tribüne schwappt in Schwarz-Rot. Gasperini schreitet mit hochgeklapptem Kragen zur Bank, Di Francesco wedelt schon mit der Spielanalyse-Mappe. Wer heute verliert, muss nächste Woche nach Mailand – und dann wird die Saison endgültig zur Achterbahn. Die Kurve singt, die Kommentatoren zählen Aufstellungen, doch das Spiel ist längst entfesselt: Roma spielt mit dem Feuer, Lecce mit der Kälte eines Aufsteigers, der gelernt hat, dass Punkte auch wehtun können.