Gasperini zerreißt nach remis in bologna: „ich verstehe diese entscheidungen nicht“

1:1 im Dall’Ara, und Gian Piero Gasperini kann nicht mehr lächeln. Die Roma patzt im Viertelfinal-Hinspiel der Conference League, der Coach patzt in der Presse – und beide wissen: Das Rückspiel wird zum Psychotest im Olympico.

„Bologna war heute ein bisschen mehr“ – gasperini packt aus

Die Worte wirken wie ein Eigentor. „Bologna war heute ein bisschen mehr als wir“, sagt der 66-Jährige mit dem Gesichtsausdruck eines Mannes, der gerade sein Portemonnaie im Stadiontoilettenspülbecken versenkt hat. Dabei hatte seine Roma nach Führung durch Federico Bernardeschi noch 73 Minuten Zeit, den Deckel draufzumachen. Stattdessen: Pellegrini-Ausgleich, 1:1, und ein Trainer, der gleich doppelt nachlegt.

Erst geht’s ums Referee-Desaster. „Ich verstehe nicht, warum nach unserem Tor plötzlich VAR-Kontrolle“, brummelt Gasperini und wirft dabei den Blick eines Schuldirektors auf einen ungeputzten Klassenraum. Dann kommt’s Fettdruck-würdig: „Im Olympico wird das anders laufen. Dort zwingt uns kein Hexenkessel zu Fehlern.“

Jung, grün, kraftlos – die roma-statistik, die niemand wollte

Jung, grün, kraftlos – die roma-statistik, die niemand wollte

Die Zahlen sind hart, die Wahrheit noch härter. 47 % Zweikampfquote, nur elf gewonnene Luftduelle – bei Bolognas 19. Die Roma ist jung, ja, aber auch leicht wie Popcorn. „Wenn die Partie physisch wird, verlieren wir die Struktur“, lamenti­ert Gasperini und klingt dabei wie ein Ingenieur, dem der Stahl zu dünn war.

Der Coach schont keinen. El Aynaoui „zahlt noch die Afrika-Cup-Straps“, Celik „braucht die rechte Bahn, um aufzublühen“, und Pellegrini? „Weil er trifft, ist er noch lange kein Held.“ Das klingt nach Kabinenkultur statt Instagram-Applaus – und genau das will Gasperini: Tempo raus, Filter weg, Realität rein.

Soulé und die lücke nach der pause – ein comeback mit fragezeichen

Soulé und die lücke nach der pause – ein comeback mit fragezeichen

Matías Soulé soll zurückkommen – aber wann? „Nach der Länderspielpause, hoffentlich“, sagt Gasperini und klingt dabei wie ein Vater, der seinem Sohn das Spielzeug noch nicht ganz traut. 42 Tage ohne Pflichtspiel-Einsatz, das Bein muss wieder Vertrauen lernen. Koné? „Haben wir geschont, weil wir erst Como, dann Bologna Nummer zwei bekommen.“ Rotationsplan statt Risikokultur – das ist die neue Roma.

Und so steht alles auf einem 90-Minuten-Spiel im Olympico. Dort, wo die Kurve brennt und die Gegner erfrieren. Gasperini hat schon mal die Kampagne gestartet: „Dall’Ara war ein Inferno, aber unser Stadion wird die Hölle für Bologna.“ Ob das reicht? Die Antwort kommt am 20. März. Dann zählt kein Wort mehr – nur Tore. Und die Roma muss endlich einmal mehr sein.