García plaza landet in sevilla – und bringt seine ganze seilschaft mit
Luis García Plaza hat in Sevilla keine Zeit für Anlaufen. Keine Testphase, kein Warmwerden. Der Madrilene übernimmt den Krisenklub mit dem Gaspedal durchgedrückt – und mit einer Crew, die ihn seit 17 Jahren begleitet.
Seine erste Amtshandlung: die Kommandobrücke mit Leuten füllen, die ihn kennen wie den Rückwärtsgang. Pedro ‚Menoti‘ Rostoll ist seit 2007 an seiner Seite, damals noch in der dritten spanischen Liga, beim FC Benidorm. Seitdem haben die beiden neun Stationen gemeinsam durchlaufen – von Levante über Beijing bis Alavés. Rostoll wird wieder die taktische Stimme am Ohr sein, der Mann, der García Plazas Impulse in klare Anweisungen übersetzt.
Fitness, psyche und ein journalist im sturmzentrum
Félix Vicente ist das andere Urgestein. Der Fitnesstrainer kam 2010 in Levante dazu, doch die Geschichte geht weiter zurück: García Plaza trainierte Vicente noch als Teenager im Atlético-Nachwuchs. Seitdem jonglieren sie gemeinsam mit Trainingslast, GPS-Daten und Ermüdungskurven – und haben dabei drei Aufstiege und zwei Europacup-Teilnahmen gefeiert.
Neu, aber längst kein Fremder: Christian Moya. Der gelernte Journalist und UEFA-Pro-Lizenz-Inhaber schloss sich García Plaza erst im Juni in Alavés an. Seine Aufgabe: Gegneranalyse und Schnittstelle zur Medienabteilung – ein Hybrid aus Taktikfuchs und Pressesprecher, wie ihn moderne Klubs brauchen.
Doch der interessanteste Neuzugang steht nicht am Spielfeldrand, sondern im Seelenlabor: Emilio Ibáñez, lizenziierter Sportpsychologe und ehemaliger Valencia-Cadete. Der 38-Jährige war bereits in Mallorca und Alavés für García Plaza tätig und soll die angeschlagene Sevilla-Mentalität resetten. Seine Methode: keine Motivationssprüche, sondern Neurofeedback-Training und Belastungstests, mit denen er Spieler in Hochleistungszustände versetzt – oder aus Krisen holt.

Was bleibt vom alten regime?
Torwartcoach Arturo González und Co-Trainer Javi Martínez bleiben an Bord. Ein Kompromiss, kein Gnadenschuss. García Plaza übernahm zwar komplett den Staff, aber er behält Leute, die das interne Klima kennen – und die ihm Bericht erstatten, wenn sich Fraktionen bilden. Rubén Martínez (Athletik) und die Analysten Juan Antonio Guzmán sowie Adrián García ebenfalls. Kein einziger Euro Transfervolumen, dafür eine Komplettumbauung der Denkweise.
Die Botschaft ist klar: Sevilla bekommt keinen Interims-Coach, sondern eine verschworene Truppe mit eigene DNA. 17 Jahre Erfahrung in einem Schwung – und eine Deadline von gerade einmal zwölf Spieltagen, um die Saison zu retten. Die Uhr tickt lauter als das Sanchez-Pizjuan-Publikum. García Plaza weiß: Scheitert er hier, fällt auch seine Seilschaft. Doch bislang hat diese Crew jeden Absturz als Aufstieg umgedeutet.
