Garcia fordert napoli heraus: lasst lukaku endlich heilen

Romelu Lukaku sitzt in Antwerpen, der SSC Napoli schäumt – und der belgische Nationaltrainer Rudi Garcia schlägt dem Klub von Aurelio De Laurentiis ins Gesicht: „Man muss ihm erlauben, das zu tun, was ihn wieder fit macht – körperlich und mental.“

Der zwist zwischen lukaku und napoli eskaliert

Der zwist zwischen lukaku und napoli eskaliert

Die Situation spitzt sich zu. Lukaku wurde von der US-Reise der Red Devils abgezogen, um „seine körperliche Verfassung zu optimieren“, wie es offiziell heißt. Dabei verweigerte er die Rückkehr nach Castel Volturno und trainiert stattdessen in seiner Heimatstadt. Napoli sieht einen Vertragsbruch, Lukaku sieht die einzige Chance, endlich wieder auf eigenem Terrain zu genesen. Garcia legt sich ins Zeug: „Wenn man nicht 100 Prozent ist, spielt der Kopf verrückt. Die Angst, sich erneut zu verletzen, ist real. Das haben wir mit dem medizinischen Staff besprochen – Francesco Totti hatte dieselbe Blessur. So etwas braucht Zeit.“

Kevin De Bruyne, Lukakus Teamkollege bei Nationalelf und Klub, schaltet sich ein und liefert einen Seitenhieb auf die Neapel-Inszenierung: „Um Napoli ist immer viel Rummel. Wenn etwas passiert, wird es verstärkt.“ Er kennt das Spiel aus eigener Erfahrung. Nach seiner Operation absolvierte er die komplette Reha in Belgien – Lukaku hingegen pendelte zwischen Anversa und Kampanien. „Wenn zwei Ansichten aufeinanderprallen, ist das schwierig. Das ist nicht ideal, wenn du wieder in Form kommen willst.“

Der Knackpunkt: Lukaku hatte sich im November eilig für ein Gastspiel auf der Tribüne des Maradona gemeldet, um Conte zu beeindrucken. Seither steckt er in der Zwickmühle – zwischen Klub, das Spielminuten fordert, und dem Körper, der Pause braucht. Garcia fordert jetzt ein Machtwort: „Ich hoffe, Napoli versteht, dass es besser ist, ihm Raum zu geben. Wir reden hier über einen Spieler mit Charisma und Erfahrung. Den braucht der Klub – aber nur, wenn er wirklich bereit ist.“

Die Ausage ist ein indirekter Vorwurf an De Laurentiis, der seine Spieler sonst gern an die kurze Leine legt. Garcia war selbst 2013/14 Trainer in Neapel und weiß um die harte Hand des Präsidenten. Dass er sich jetzt öffentlich auf Lukakus Seite schlägt, ist ein klares Signal: Das belgische Nationalteam wird nicht länger zuschauen, wie sein Stürmer zwischen medizinischer Notwendigkeit und Klub-Ego verheizt wird.

Die Zeit drängt. In zwei Wochen startet die Serie-A-Endphase, Lukaku hat bislang nur 32 Minuten auf dem Feld gestanden. Napoli liegt im Tabellenmittelfeld und braucht Tore. Doch wer jetzt einen halbfiten Lukaku zwingt, riskiert einen neuen Muskelriss – und damit eine Blamage auf ganzer Linie. Garcia hat die Rechnung ohne De Laurentiis gemacht, aber mit der Öffentlichkeit. Die Botschaft: Entweder ihr lasst ihn heilen – oder ihr verliert ihn komplett.