Galli attackiert vanoli: „fiorentina kopflos – gudmundsson darf nicht starten“

Die Wunde ist offen, und Giovanni Galli kratzt mit Salz. Der ehemalige Viola-Torhüter und langjährige Manager zerlegt am Mikro von Rtv38 die Krise der Fiorentina – und trifft dabei genau den Nerv der Tifosi.

„Europa League ist kein Zuckerschlecken, sie ist ein Zusatz-Fritt“, donnert Galli. „Wenn du in Serie A 13. bist, darfst du nicht von Thursday-Songs träumen, sondern musst Samstag für Samstag Überstunden im Kopf abfeuern.“

Vanoli steht auf dem prüfstand

Der Coach, aus Contes Schule, sollte eigentlich eine Art mentale Stahlbeton-Mauer mitbringen. Stattdessen seiht Galli „dieselben Löcher wie unter Italiano“: passive Deckung, kein Zugriff im Mittelfeld, ein Kollektiv, das erst reagiert, wenn es bereits brennt. „Vanoli muss sich fragen lassen, warum seine Mannschaft nach 70 Minuten immer noch wie ein Haufen Einzelkämpfer wirkt.“

Am Montag (20.45 Uhr) geht es nach Udine. Drei Niederlegen in Serie, dafür ein Rückraum voller Frust und Frische. Genau deshalb rät Galli vom Einsatz Gudmundssons ab: „Er ist ein Joker, kein Starterpaket. Die Friulaner werden mit Pressschlafen auflaufen – da brauchst du Ballverteiler, keine Ego-Zauberer.“

Statistik stützt ihn: In den letzten fünf Partien verlor Florenz dreimal, wenn der Isländer von Anfang an stand, nur einmal gewann man. Die These: Ein echter Sechser – er nennt Barák oder sogar Cataldi – stabilisiere die Räume und entziehe Udinese die Schneidbrenner.

Die einzige januar-lektion, die zählt

Die einzige januar-lektion, die zählt

Bei aller Kritik schiebt Galli einem Neuzugang das Prädikat „Goldstück“ vor: Matteo Brescianini. „Gasperini-Universität, zwei Jahre Pressing-Intensiv. Er versteht, wann man das Tempo drosselt und wann man den Turbo zieht – das ist keine Fähigkeit, das ist Ausbildung.“

Doch selbst ein Brescianinikann die Grundkrankheit nicht allein heilen. Galli sieht ein System, das sich selbst überfordert: Europa-League-Auswärtskäfige, enge Liga-Kalender, dazu ein Kader, der zwischen Talent und Erfahrung taumelt. „Wenn du nicht weißt, wie du verteidigst, weißt du auch nicht, wie du gewinnst.“

Sein Fazit klingt wie ein Abschiedsbrief an die Saison: „Fiorentina muss erst lernen, kleine Spiele zu gewinnen, bevor sie große Träume träumt. Udine ist kein Schritt nach vorn, sondern ein Test der DNA. Fällt der, steht der Frühling auf Messers Schneide.“