Galatasaray zieht gegen die uefa in den krieg – liverpool-nacht wird zur schadensakte
Ein 0:4, ein Armbruch, ein Daumen-Desaster – und am Ende droht ein Prozess. Die Nacht von Galatasaray in Anfield war kein Fußballspiel, sondern eine Katastrophen-Tour mit Folgen. Jetzt fordert der türkische Klub die UEFA auf die Anklagebank.

Kein platz, kein mitleid – noa lang fliegt gegen bande
Die Szene war in Sekundenbruchteilen geschehen. Noa Lang jagt den Ball an der Anfield Road, will sprinten, bleibt mit der Hand an einer Werbebande hängen. Knack. Der Daumen ist hin, die Saison auch. „Shit happens“, schrieb der Niederländer auf Instagram – so knapp wie schmerzhaft.
Doch Galatasaray lässt das nicht auf sich beruhen. Generalsekretär Eray Yazgan schaltete sofort Anwälte ein. „Wir werden unseren Schadenersatzanspruch bei der UEFA geltend machen. Und wenn sie blockiert, ziehen wir vor Gericht“, sagte er bei HT Spor. Die Rechnung: Gehalt für Lang plus Image-Schaden plus verpasstes Viertelfinale – ein Schaden im Millionenbereich.
Die UEFA reagierte am Donnerstagabend mit einer PR-Floskel. Man werde „die Werbebanden bei allen kommenden Spielen überprüfen“. Ein Schuldeingeständnis? Fehlanzeige. Konkrete Zahlungszusage? Kein Wort. Stattdessen ein Satz, der in Istanbul nur als Ablenkungsmanöver gewertet wird: „Wir identifizieren künftig Risiken.“
Für Galatasaray ist das ein Affront. Victor Osimhen sitzt bereits mit Gips im Flieger, Lang wird in Liverpool operiert, der Trainer kann nicht einmal mehr einen kompletten Sturm aufstellen. Der Klub zahlt, der Klub leidet – und die UEFA schaut erst einmal weg.
Die Drohung ist klar: Sollte die UEFA die Löhne für Langs Ausfall nicht übernehmen, wird Istanbul Klage einreichen. Ein Präzedenzfall wäre das. Denn wenn eine europäische Instanz Spielsicherheit garantiert, dann muss sie auch für mangelhafte Banden haften. Die Anfield-Werbung stand knapp 20 Zentimeter über Spielfeld-Niveau – ein Klacks für Anwälte.
Liverpool? Abgeschlossene Sache. Die Reds feiern Mohamed Salahs Torrekord, Galatasaray feiert nichts mehr – außer den nächsten Gerichtstermin. Die nächste Runde findet nicht auf dem Rasen statt, sondern in Luxemburg, im Europäischen Gerichtshof für Sport. Dort wird entschieden, ob ein Daumenbruch ein Millionenschaden ist. Die Antwort wird die UEFA sehr interessieren.
