Fürth bangt: kopfprobleme und verpasste chance im derby!
SpVgg Greuther Fürth hat im 276. Frankenderby gegen den 1. FC Nürnberg eine bittere Unentschiedenheit hinnehmen müssen – und das, obwohl die Mannschaft alles andere als ein müdes Abwehrverhalten zeigte. Ein Punkt, der in der aktuellen Tabellensituation kaum tröstet, denn drei Zähler wären dringend nötig gewesen, um den Abstand zu den rettenden Ufern zu verkleinern.
Ein derbystart mit botschaft und power
Schon vor dem Anpfiff sorgte die Choreografie der Fürther Fans für Aufsehen: „Ein Spiel für Kämpfer und Helden im Kleeblatt-Dress“ prangte auf den Rängen, begleitet von Bildern erfolgreicher Spieler der Vergangenheit wie Ragnar Ache, Edgar Prib, Sascha Burchert und Niko Gießelmann. Heiko Vogel hatte vor Kampfgeist gefordert – und seine Mannschaft schien das zu verinnerlichen. Von Beginn an präsentierte sich Fürth als entschlossene Einheit, die das Spiel diktieren wollte.
Der taktische Schachzug des Trainers, mit Felix Higl neben Noel Futkeu einen zweiten Stoßstürmer ins Spiel zu bringen, zahlte sich zunächst aus. Noel Futkeu selbst brachte die Gastgeber in Führung, ein Zeichen dafür, dass die Mannschaft schon früh in der Woche von der taktischen Umstellung erfahren hatte. „Wir wollten Wucht entwickeln und direkt ein Zeichen setzen“, so Futkeu nach dem Spiel.

Verlorene chancen und ein „wirkungstreffer“
Die erste Halbzeit ließ keine Zweifel daran, dass Fürth mit dem Rückenwind des Kampfes um den Klassenerhalt spielte. Eine dominante Vorstellung, ein klarer Plan in der Offensive und eine Abwehr, die den Nürnbergern kaum Räume gewährte. Doch die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. „Wir haben es verpasst, den Sack zuzumachen“, bedauerte Vogel. Ein weiteres Versäumnis war das unglückliche Ausgleichstor von Fabio Gruber in der Nachspielzeit der ersten Hälfte – ein „Wirkungstreffer“, wie Vogel es nannte, ein „scheiß Zeitpunkt“, wie Futkeu bitter feststellte.
Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie jedoch dramatisch. Die Selbstverständlichkeit des ersten Durchgangs war wie weggeblasen. Fürth ließ das Spielgeschehen dem Gegner überlassen, verlor den Zugriff vollständig. Der Versuch, mit Arifi für Higl die Doppel-Sechs zu verstärken und Paul Will zu entlasten, brachte keine Wende. Die zweite Halbzeit war geprägt von Passivität und vergebenen Gelegenheiten auf Seiten der Gastgeber.
„Wir haben nicht mehr das investiert, was man investieren muss. Warum auch immer“, zeigte sich Vogel ratlos. Die physische Komponente sei zwar kein Problem gewesen, doch die Ursache für den Einbruch liege wohl eher in den Köpfen der Spieler. „Die Konstellation kann auch hemmend sein. Vielleicht kann man es nicht immer beiseiteschieben und alles hineinhauen“, so der Coach.
Die Tabelle lügt nicht: Fürth bleibt auf dem 17. Platz festgenagelt, punktgleich mit Düsseldorf und Braunschweig. Das entscheidende Duell gegen Fortuna Düsseldorf am 34. Spieltag könnte die Weichen für den Klassenerhalt stellen. Bis dahin muss die SpVgg noch auswärts gegen Hertha BSC ran. Ein gebrochener Zeh von Jannik Dehm stellt den Kaderschmerz weiter in den Vordergrund. Lukas Reich ist ebenfalls verletzt, sodass Aaron Keller ausweichen muss. Thomas Müller steht vor einer neuen Herausforderung.
