Fünf iranische fußballerinnen flüchten nach asien-crash – polizei schützt sie
Sie haben nicht einmal ihre Koffer gepackt. Fünf Spielerinnen der iranischen Fußball-Nationalmannschaft sind in der Nacht nach dem Vorrunden-Aus bei der Asienmeisterschaft aus dem Mannschaftshotel in Australien verschwunden und haben sofort Asyl bei der australischen Polizei beantragt. Der Grund: Angst vor Repressalien, nachdem sie sich während des Turniers mit Schweigen und Salut gegen Teheran gestellt hatten.

Stiller protest wird zum staatsverrat
Der Funken war das Spiel gegen Südkorea. Keine der Frauen bewegte die Lippen, als die Melli-Hymne erklang – ein Verzicht, den Staatsfernsehen sofort als „Kriegsverrat“ brandmarkte. Kommentatoren forderten Bannstrafen, die Familien der Spielerinnen erhielten Drohanrufe. Vor den folgenden Partien sangen die Frauen plötzlich laut mit, salutierten militärisch. Zu spät. Das Quintett sah die Wand kommen und floh, noch bevor die Delegation die Rückreise antreten konnte.
Die Zahlen sind gnadenlos: drei Niederlagen, null Tore, 0:9 Tordifferenz. Doch die wahre Bilanz steht außerhalb des Rasens. Laut Menschenrechtsorganisation OpenStadiums wurden in den letzten zwölf Monaten mindestens 18 weibliche Sportlerinnen aus Iran nach vermeintlichen Protesten an Flughäfen festgesetzt, zwei sitzen noch immer ein. Die Flucht der fünf Fußballerinnen ist daher kein Einzelfall – sie ist Teil einer Exodus, die die Regierung lieber tot schweigt.
Die australischen Behörden bestätigen lediglich, „mehrere Personen mit iranischem Pass“ sicher untergebracht zu haben. Ob die Frauen ein Asylverfahren durchlaufen oder unter neuen Identitäten weiterleben, bleibt geheim. Ein Detail sickerte dennoch durch: Mindestens zwei der Spielerinnen hatten ihre Pässe bereits vor dem letzten Gruppenspiel abgeben müssen – Standard-Vorgehen, um Desertion zu erschweren. Sie haben trotzdem geschafft, was viele fortschrittliche Athletinnen vor ihnen nur träumten: den Staat zu überlisten und das Spielfeld zu verlassen, bevor der Staat sie zur Rechenschaft zieht.
Die FIFA schweigt, der iranische Verband pocht auf „disziplinarische Schritte“. Doch die Tatsache, dass fünf Profis ihre Karrieren, Familien und Heimat aufgeben, nur um nicht in ein Flugzeug nach Teheran steigen zu müssen, sagt mehr über die Lage des Frauenfußballs im Iran als jedes Papier. Die Niederlage gegen Australien war nur ein Spiel. Die wirkliche Niederlage kassiert die Regierung – und sie ist nicht mehr zu kitten.
