Fumagalli verzichtet auf tor – fair play schlägt instinkt
Es gibt Momente im Fußball, die keine Wiederholung brauchen, um zu verstehen, was gerade passiert ist. Tommaso Fumagalli, Stürmer der Reggiana, hatte den Ball, hatte die leere Pforte vor sich – und entschied sich, ihn ins Seitenaus zu spielen. Weil Alessio Cragno, der Torwart von Südtirol, zusammengebrochen war. 22. Minute des zweiten Durchgangs, Spielstand 0:1. Ein Tor wäre möglich gewesen. Fumagalli wählte den Menschen.

258 Tage pause, dann wieder dieser schmerz
Cragno war kein gewöhnlicher Gegner in diesem Moment. Der Keeper war erst wenige Tage zuvor nach 258 Tagen Verletzungspause zurückgekehrt – Achillessehnenriss, eine der grausamsten Diagnosen im Profisport. Am Dienstag, beim Spiel gegen Reggiana, hörte er erneut ein unheimliches Knacken. Er sackte zusammen, noch außerhalb des Strafraums. Fumagalli war in vollem Anlauf, der Ball rollte auf ihn zu. Alles war bereit für ein Tor.
Aber da war dieser Blick aus dem Augenwinkel. Und dann war alles vorbei.
