Füllkrug in mailand: vom jokertor zum ausverkauf – nur 90 minuten retten ihn nicht
Niclas Füllkrug flog nach Turin, um zu retten, was seine Mailänder Zeit noch zu bieten hat. Nach 70 Minuten schleppte er sich vom Feld, die Arme baumelten, die Blicke starrten auf den Rasen. Kein Tor, keine Note über 5,5 – und keine Zukunft mehr bei AC Milan. Die Leihe, die ihn zurück in die Nationalmannschaft katapultieren sollte, endet als Rohrkrepierer.
Die bilanz nach 102 tagen: 14 spiele, zwei starts, ein treffer
Die Zahlen sind gnadenlos: seit dem 2:2 gegen Lecce – jener Partie, in der er per Kopf das späte 2:2 erzielte – hat Füllkrug in 630 Minuten kein einziges Mal mehr jubeln dürfen. Dabei stand er nur zweimal in der Startelf. Die Konkurrenz um Deniz Undav und Kai Havertz lässt ihn in der Rangliste des Bundestrainers nicht einmal mehr als Joker auftauchen. Julian Nagelsmann ließ ihn März links liegen – „leistungsbedingt“, wie es hinter den Kulissen heißt.
Italiens Medien sind noch deutlicher. Calciomercato-Experte Andrea Longoni erklärt Füllkrug und Chelsea-Leihgabe Christopher Nkunku zu „zwei hoffnungslosen Fällen“. Der Franzose kostete 37 Millionen und traf ebenso selten. Der Deutsche kostete keine Ablöse – und liefert trotzdem zu wenig. „Er wird nicht bleiben“, sagt Longoni. „Kostenlos hin oder her, man darf mehr erwarten.“

Die 5-millionen-option: milan zieht nicht, der markt bleibt kalt
Die Rossoneri hatten sich eine Kaufoption für fünf Millionen gesichert. Sie wird laut Insidern „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ nicht gezogen. Warum auch? Für dieselbe Summe bekommt Milan auf dem italienischen Markt zwei junge Stürmer mit Resell-Value – statt eines 33-Jährigen, dessen letzte Glanzphase im Weserstadion stattfand.
Die Karriere droht, sich in beschleunigtem Tempo zu beenden. Nach zwei verletzungsgeplagten Jahren bei West Ham und einem halben Jahr Bankwärme in der Serie A bleibt Füllkrug nur ein Sommer, um die WM-Teilnahme doch noch zu kneten. Dafür müsste er aber einen Klub finden, der ihm 90 Minuten am Stück garantiert – und das in maximal acht Wochen Vorbereitung.
Die Uhr tickt. Die Tore bleiben aus. Und die Memes, mit denen er einst ganze Fan-Lager erheiterte, werden immer seltener. Wenn Füllkrug nicht innerhalb der nächsten drei Woche ein Tor schießt und dabei mindestens zweimal in die Startelf rutscht, wird seine Geschichte in Mailand enden, bevor sie jemals richtig begann. Dann bleibt nur noch die Rückkehr – und ein leeres Kapitel namens WM 2026.
