Führerschein in kolumbien: ein teurer weg zum lenkrad
Wer in Kolumbien den Führerschein erwerben möchte, muss sich auf eine deutliche finanzielle Belastung einstellen. Die Kosten sind in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen, und das nicht nur aufgrund der üblichen Gebühren für den Kunststoff selbst.

Neue anforderungen und steigende gebühren belasten die autofahrer
Die kolumbianische Regierung hat das System zur Erteilung von Führerscheinen verschärft, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Das ist grundsätzlich eine gute Sache, aber die Umsetzung hat erhebliche Auswirkungen auf die Portemonnaise der Bürger. Die neuen Anforderungen an die Ausbildung und die Aktualisierung der Gebühren haben zu einem deutlichen Anstieg der Gesamtkosten geführt. Es geht längst nicht mehr nur um die Bezahlung des Führerscheins an sich.
Die Gesamtkosten setzen sich aus vier Hauptbestandteilen zusammen: Zunächst das verpflichtende Kursangebot in einem zugelassenen Automobilausbildungszentrum (CEA). Diese müssen strenge Richtlinien der Einheit für Wertgrundlagen (UVB) einhalten, was sich in den Kursgebühren widerspiegelt. Dann folgt die ärztliche Untersuchung zur Feststellung der körperlichen, geistigen und motorischen Eignung, durchgeführt in einem vom Transportministerium anerkannten Zentrum. Hinzu kommen die Gebühren für die Bearbeitung und Ausstellung des Führerscheins durch die zuständige Behörde, sowie nationale Ersätze und Beiträge, die im zentralisierten System RUNT erfasst werden.
Die Kosten variieren je nach Fahrzeugkategorie. Für Motorräder (Kategorie A2) werden inklusive Kurs, Untersuchung und Gebühren etwa 1.455.800 COP fällig. Ein Pkw-Führerschein (Kategorie B1) schlägt mit rund 1.856.900 COP zu Buche, da hier die Anforderungen an die theoretische und praktische Ausbildung höher sind. Für den Betrieb von Bussen oder Lastwagen (Kategorie C1) sind sogar bis zu 2.207.900 COP einzuplanen, da hier die Verantwortung besonders groß ist und strengere Kontrollen durchgeführt werden.
Ein besonderer Kostenfaktor sind die Gebühren für die Ausstellung des Führerscheins selbst. In Bogotá beispielsweise werden für einen Pkw-Führerschein 329.800 COP und für einen Motorradführerschein 272.700 COP fällig. Diese Beträge sind bereits inklusive der Gebühren des Transportministeriums und des RUNT.
Für Fahrer, deren Führerschein abgelaufen ist, gibt es zumindest etwas Hoffnung: Die Kosten für eine Verlängerung sind mit 151.500 COP für einen Pkw und 266.400 COP für ein Motorrad deutlich geringer, da der komplette Ausbildungskurs nicht wiederholt werden muss. Duplikate und Umschreibungen kosten je nach Fahrzeugkategorie zwischen 209.300 und 266.400 COP.
Die steigenden Kosten für den Führerschein in Kolumbien sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Regierung die Verkehrssicherheit ernst nimmt. Ob die Maßnahmen jedoch tatsächlich zu einer Reduzierung der Unfälle führen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht: Für viele Kolumbianer ist der Führerschein nun ein deutlich teureres Unterfangen geworden.
