Füchse jagen erlangen mit 45:29 aus der halle – platz zwei ist wieder berlin
Die Max-Schmeling-Halle bebte, die Toranzeige brannte: 45:29 steht da, ein Resultat, das selbst in dieser torreichen Liga selten ist. Die Füchse Berlin haben den HC Erlangen nicht einfach besiegt – sie haben ihn deklassiert, demontiert, demütigt. Und sich damit zurück an die Tabellenspitze geschoben.
Der abend, in dem milosavljev den siebenmeter wegnahm
Schon nach fünf Minuten lag Berlin mit 4:1 vorne, doch dann plätscherte die Partie, bis Dejan Milosavljev ans Netz ging. Der serbische Schlussmann kratzte einen Foulwurf aus dem rechten oberen Eck, parierte gleich darauf auch noch den Siebenmeter gegenJulius Kühn – und knickte damit die Gäste psychologisch. Bis zur Pause waren es zwölf Saves, eine Zahl, die für Erlangen früh zur Bürde wurde.
Die Berliner Mittelblock-Deckung um Lasse Andersson und Mats Mensah Larsen schnürte die Räume zu, während Mathias Gidsel auf der Gegenseite mit Tempogegenstößen nachsetzte. Fünf seiner elf Treffer fielen im ersten Durchgang, zwei davon direkt nach Milosavljev-Paraden – ein Musterbeispiel für transition Speed Handball.

26:16 – Die zahl, die alles entschied
Kurz nach Wiederanpfiff donnerte Andersson das 26:16 ins Netz. Fünf Minuten, zweistelliger Vorsprung, Spiel entschieden. Was folgte, war ein offener Schlagabtausch: Erlangens Kreisläufer Maximilian Janke versuchte es mit Durchbrüchen, doch die Berliner 3-2-1-Deckung ließ keine Lücke. Auf der anderen Seite erzielte Lukas Koster drei Tore in Serie – 38:21 in der 47. Minute, die Halle tobte erneut.
Trainer Jaron Siewert nahm in der Schlussphase sogar noch Milosavljev raus, um Erfahrungsspielern wie Hans Lindberg Einsatzzeit zu geben. Der Däne traf postwendend zum 42:24 – ein Symbol für die Breite des Kaders, die in dieser Saison zur großen Stärke der Füchse geworden ist.

Platz zwei ist berlin – und der blick geht nach vorn
Mit nun 44:8 Punkten springen die Füchse auf Rang zwei, punktgleich mit Flensburg, nur ein Zähler hinter Spitzenreiter Kiel. Die Restsaison verspricht Dramatik: Das Topspiel am 30. Spieltag gegen die Zebras könnte über die Meisterschaft entscheiden. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagte Gidsel nach Abpfiff, „jetzt warten wir auf Kiel und Flensburg, sie müssen zu uns kommen.“
Die Zahlen sprechen für sich: 45 Treffer aus 52 Würfen – eine Quote von 86,5 Prozent. Erlangen kam auf magere 29 Treffer bei 60 Versuchen, ein Armutszeugnis für die Offensive. Die Füchse feierten ein Schützenfest, das sich in der Statistik der Liga nur fünf Mal in den letzten zehn Jahren fand.
Die Fans sangen bis in die Nacht hinein, die Spieler ließen sich auf der Eisfläche neben der Halle feiern. Die Botschaft ist klar: Berlin ist bereit für die Meisterschaft – und bereit, die großen Jungs aus dem Norden zu jagen.
