Füchse berlin vor champions league-duell: lichtlein zwischen em-rückkehr und liga-alltag

Füchse berlin vor champions league-duell: lichtlein zwischen em-rückkehr und liga-alltag

Die Zeit zum Durchatmen war kurz. Kaum hatten die deutschen EM-Finalisten ihre Medaillen verstaut, ging es für sie zurück in den Vereinsalltag. Bundesliga, Training, Reisen – und nun auch wieder die Champions League. Die Füchse Berlin müssen am Donnerstag (18.45 Uhr) bei Dinamo Bukarest antreten und können sich vorzeitig für das Viertelfinale qualifizieren. Für Nils Lichtlein, wie für viele andere Nationalspieler, bedeutete die Rückkehr eine schnelle Umstellung.

Kaum pause nach der em

Nach der Handball-EM blieb Nils Lichtlein wenig Zeit zur Erholung, bevor es im Liga-Alltag der Füchse Berlin wieder Schlag auf Schlag ging. Die Belastung ist hoch, und die Umstellung von der internationalen Bühne auf den Vereinsspielbetrieb erfordert Anpassungsfähigkeit. Sascha Klahn beleuchtet die Situation von Lichtlein, der sich in beiden Teams unterschiedlichen Herausforderungen stellen muss.

Zwischen führungsrolle und bank

Zwischen führungsrolle und bank

Der Spielmacher ist bei den Füchsen im Rückraum gesetzt, während er in der Nationalmannschaft zuletzt eine für ihn ungewohnte Rolle einnahm: Weniger Einsatzzeit, mehr Zeit auf der Bank. Dafür jedoch plötzlich die Verantwortung vom Siebenmeterpunkt. Nach dem Turnier war Lichtlein erkrankt und musste sich einige Tage schonen – eine unfreiwillige Pause, um das Erlebte zu verarbeiten. "Ich habe nicht wirklich etwas gemacht", erzählt er. "So richtig verarbeitet – klar, als Team haben wir das an dem Abend zusammen gefeiert. Und das hilft weiter zusammenzuwachsen."

Unterschiedlicher druck bei füchsen und dhb

Unterschiedlicher druck bei füchsen und dhb

Schon vor der EM hatte Lichtlein erklärt, dass sich der Druck bei den Füchsen und beim DHB-Team für ihn unterschiedlich anfühlt. "Für mich ist es ein bisschen anders, weil ich bei den Füchsen meistens anfange", sagte Lichtlein damals. "Bei der Nationalmannschaft versuche ich einfach meine Stärken einzubringen, sobald ich auf dem Feld bin. Das ist für mich etwas lockerer." Diese unterschiedliche Wahrnehmung spiegelt sich auch in seiner Spielweise wider.

Neue aufgabe als siebenmeter-schütze

Neue aufgabe als siebenmeter-schütze

Auch rückblickend hat sich dieser Eindruck bestätigt. "Ins Spiel reinzukommen war so, wie ich davor meinte: Ich habe versucht, die Zeit zu nutzen, wenn ich auf der Platte bin", sagt der 23-Jährige. "Ich musste mir keine Gedanken machen: 'Hey, ich muss die anderen auch ins Spiel bringen.' Das war eher: 'Ich muss ins Spiel kommen.' Das fällt mir deutlich leichter. Bei der Nationalmannschaft habe ich nichts zu verlieren." Die Rolle des Siebenmeter-Schützen war eine neue Erfahrung und eine mentale Herausforderung für ihn, da er normalerweise lieber aus der Bewegung wirft.

Siebenmeter-training bei den füchsen

Siebenmeter-training bei den füchsen

"Bei den Siebenmetern ist das ein bisschen anders, zugeben", sagt Lichtlein. "Man kann Fehler machen, offensichtlich. Und das Spiel pausiert nur dafür, dass du hingehst und wirfst. Das ist schon ein neuer Druck für mich gewesen." Doch er ist gut vorbereitet: "Witzigerweise haben wir bei den Füchsen so drei, vier Leute, die nach dem Training immer Siebenmeter werfen – mal zum Spaß, mal wirklich ernsthaft. Da bin ich auch dabei." Im Spiel in Berlin bleibt die Rollenverteilung jedoch klar: "Ich bin bei uns nicht der Siebenmeter-Schütze."

Zimmerpartner und teamrituale

Zimmerpartner und teamrituale

Ob er die Rolle in der Nationalmannschaft öfter übernehmen wird, bleibt abzuwarten. "Das hängt ja mehr vom Trainer ab als von mir." Bereit wäre er jedoch. "Mir ist es tatsächlich egal, wie ich der Mannschaft helfe. Und wenn das der Teil ist, den ich beitragen kann, dann mache ich das natürlich gerne." Während der EM teilte sich Lichtlein, wie auch bei den Füchsen, ein Zimmer mit Matthes Langhoff. "Das ist fast wie Alltag", sagt Lichtlein. "Die meiste Zeit schlafen wir eigentlich, wenn es geht. Wir gucken zusammen Anime oder lesen ein Buch." Sie hatten vor dem Turnier gemeinsam "Hell’s Paradise" geschaut und während der EM "Jujutsu Kaisen".

Stärkerer zusammenhalt nach der em

Stärkerer zusammenhalt nach der em

Abseits des Feldes gibt es kleine Teamrituale und Running Gags. Lichtlein hatte während des Turniers in einem DHB-Reel erzählt, dass er den Umarmungs-Emoji auffällig oft benutzt – das Team griff den Witz auf. "Etwa jeder hat den Joke einmal gebracht und mich umarmt", erzählt er lachend. Die Mannschaft ist enger zusammengerückt, nicht nur als Zweckgemeinschaft für ein Turnier. Der Kontakt hält an, und Lichtlein gratulierte Juri Knorr zum Pokalsieg. Der EM-Effekt ist deutlich spürbar, auch außerhalb des Spielfelds. In Hamburg wurden die Spieler auf der Straße erkannt, und sogar die Nachbarn gratulierten.

Fokus liegt wieder auf der champions league

Für Lichtlein liegt der Fokus nun wieder auf den Füchsen Berlin. Die Berliner wollen in der Champions League den nächsten Schritt gehen und in Bukarest den Viertelfinal-Einzug klar machen. Die Herausforderung ist groß, aber das Team ist gut vorbereitet und motiviert.

Spieltag 11 der Handball Champions League
Aalborg AB36 : 24Kolstad Handball
SC Pick Szeged27 : 35FC Barcelona
RK Zagreb24 : 35Paris Saint-Germain Handball
SC Magdeburg37 : 30GOG Svendborg TGI
KS Vive Kielce18:45MKB Veszprem KC
Dinamo Bukarest18:45Füchse Berlin
HBC Nantes20:45Sporting CP
HC Pelister 08 Bitola20:45ORLEN Wisla Plock