Füchse berlin stoppen vfl-gummersbach mit glanzparade und 28:26
Die Max-Schmeling-Halle bebte, 9000 Zuschauer rissen die Kehlen auf, und am Ende stand ein Sieg, der mehr wert ist als zwei Punkte: Füchse Berlin bezwingen den VfL Gummersbach mit 28:26 und schicken ein Signal Richtung Champions League.
Ein krimi mit 14 fehlwürfen und einem torhüter, der alles hält
Die Füchse starten wie die Feuerwehr, liegen schnell mit vier Toren vor, verpassen es aber, den Sack zuzumachen. Grund: neun Fehlwürfe in der ersten Halbzeit allein. Der Ball will einfach nicht ins Netz. Dass Gummersbach trotzdem nicht davonzieht, verdanken die Berliner Dejan Milosavljev. Der Keeper pariert dreizehn Mal bis zum Seitenwechsel, insgesamt stemmt er sich mit 19 Saves gegen die Niederlage.
Die zweite Hälfte wird zur Achterbahn. Berlin führt 20:17, Gummersbach gleicht zum 22:22 aus. Die Nerven liegen blank, jeder Wurf wird zum Herzinfarkt. Dann tritt Mathias Gidsel auf den Plan. Der Däne trifft dreimal in Serie, vollstreckt aus dem Rückraum wie am Fließband. Elf Tore stehen am Ende auf seiner Habenseite – Matchwinner in Reinform.

Pullover-gold und zukunftsfragen
Auf der Tribüne sitzt Geschäftsführer Bob Hanning, diesmal im goldenen Secondhand-Glitzergewand, so laut, dass es die Kameras aus der zweiten Reihe noch erfassen. „Wir verballern zu viel“, sagt er zur Halbzeit, „aber wir bleiben dran.“ Gesprächsthema Nummer zwei: Lasse Andersson. Der Pokal-MVP will im Sommer zurück nach Dänemark, doch sein neuer Klub HØJ Håndbold schwankt zwischen Liga und Relegation. Hanning läst die Tür offen: „Sollten die absteigen, reden wir. Lasse wird nicht in der zweiten Liga spielen.“ Trainer Nicolej Krickau nickt: „Als Mensch wünsche ich ihm den Klassenerhalt, als Coach hätte ich ihn gern hier.“
Andersson selbst schaltet ab. „Mich beschäftigt das nicht“, sagt er, „ich habe hier andere Aufgaben.“ Und die erledigt er gegen Gummersbach mit klugen Pässen und zwei Treffern, wenn es brennt.

Neun jahre hat gummersbach in berlin nicht gewonnen – und nun wieder nicht
Die Serie der Füchse hält, die Serie des VfL reißt. Elf Siege in Folge vor diesem Spiel – weg. Die 28:26-Niederlage bedeutet: Rang zwei rückt für Gummersbach in weite Ferne, während Berlin auf Schlagdistanz zum enteilten Spitzenreiter SC Magdeburg bleibt. Die Champions-League-Tickets werden in der Hauptstadt warmgehalten.
Milosavljev packt seine 19 Paraden zusammen, Gidsel stapft mit elf Toren Richtung Kabine. Die Halle singt „Berlin, Berlin“, und Hanning verschwindet im goldenen Glanz. Wer jetzt noch zweifelt, dass die Füchse bereit sind für Europa, hat das Spiel nicht gesehen.
