Füchse berlin patzen gegen nantes – gidsels elf-tore reichen nicht

Die Max-Schmeling-Halle kochte, aber am Ende blieb nur ein verhaltenes Raunen: 34:37 gegen HBC Nantes. Die Füchse Berlin verpassten den Schlusspunkt ihrer Gruppenphase und lassen sich vor den Viertelfinals einiges einfallen müssen.

Ignacio biosca wird zum berliner albtraum

Wer dachte, nach dem sicheren Gruppensieg dürfte man in der Hauptstadt entspannt in den Abend starten, wurde eines Besseren belehrt. Der spanische Schlussmann der Gäste, Ignacio Biosca Garcia, parierte 14 Bälle – einige mit Reflexen, die selbst Mathias Gidsel kurz den Kopf schütteln ließ. Elf Tore schoss der Däne, doch jedes Mal, wenn er auflegte, stand Biosca bereit wie ein frisch ölter Schluckauf.

Die Kurve des Spiels liest sich wie ein EKG-Ausdruck nach vier Espressos: 6:1-Lauf der Füchse, dann 0:6 im Gegenzug. Zwischendurch Ballverluste, Tempogegenstöße, ein Berliner Team, das plötzlich wie verklemmt wirkte. 14:15 zur Pause – knapp, aber mit Beigeschmack.

Defensive verraucht, angriff verstaubt

Defensive verraucht, angriff verstaubt

Nach Wiederanpfiff versuchte Coach Nicolej Krickau, mit schnellem Positionswechsel und Marsenic-Wechseln die Abwehrreihen der Franzosen zu lockern. Doch Nantes spielte, als hätte man in der Kabine einen Schalter umgelegt: Thibaud Briet tankte sich durch die Mittelblockade, Linksaußen Kauldi Odriozola verwandelte aus spitzem Winkel. Berlin antwortete mit technischen Fehlern und einem Siebenmeter, der am Aluminium zerschellte.

Die Statistik, die am Ende an der Wand leuchtet, ist ernüchternd: 14 Ballverluste, nur 54 % erfolgreiche Abschlüsse aus dem Rückraum, kein einziger Tempo-Treffer nach der 45. Minute. Die Füchse liefen an, sprangen an, verpufften.

Ausblick: paris oder veszprém warten – und das bedeutet stress

Ausblick: paris oder veszprém warten – und das bedeutet stress

Die K.O.-Phase der Champions League findet Ende April/Anfang Mai statt. Weil die Füchse als Gruppensieger gesetzt sind, umgehen sie die Play-offs, doch das Los dürfte gnadenlos: Entweder Paris Saint-Germain mit Mikkel Hansen oder Telekom Veszprém mit Rasmus Lauge – beide Klubs haben Berlin in den vergangenen Jahren in die Knie gezwungen.

Krickau wird die Niederlage gegen Nantes nicht überbewerten, aber er wird sie intern auseinanderpflücken. Denn wer gegen Biosca-Grade-Paraden keine Antwort findet, wird in der nächsten Runde erneut alt aussehen. Die Füchse haben zwei Monate, um den Rhythmus zurückzuholen – sonst endet der Traum vom Endspiel in der Arena von Köln, bevor er richtig begonnen hat.