Füchse berlin: kassenwart andersson packt die rechnungen an!
Berlin – Wer zu spät kommt, zahlt! Bei den Füchse Berlin gilt das nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Mannschaftskasse. Lasse Andersson, der neue Kassenwart, sorgt dafür, dass die Strafzahlungen fließen. Ein ungewöhnlicher Job für einen Leistungsträger, aber einer, der ihm offenbar liegt.
Der däne übernimmt die zügel
Nach Jahren, in denen er selbst regelmäßig zur Kasse gebeten wurde, hat der dänische Rückraumspieler Lasse Andersson das Amt von Nils Lichtlein übernommen. „Ich brauchte ein bisschen mehr Ruhe von der Mannschaftskasse“, erklärt Andersson im Gespräch mit handball-world.de. Die Gründe sind vielfältig: Andersson weiß, wie es sich anfühlt, eine Strafe zahlen zu müssen, und er ist bereit, die Verantwortung zu übernehmen.
Andersson ist kein Hardliner. „Ich bin nicht der Härteste“, gibt er offen zu. Vielmehr verlässt er sich auf sein Gedächtnis und ein gewisses Fingerspitzengefühl. Anstatt penibel alle Strafen zu dokumentieren, versucht er, sie im Kopf zu behalten. „Normalerweise sollte man das notieren. Ich probiere das im Kopf zu haben. Und alle zwei, drei Monate mache ich eine Liste aus dem Kopf. Am Ende passt das schon – mehr oder weniger“, grinst er.
Das System funktioniert erstaunlich gut, auch weil Andersson sich selbst nicht ausnimmt. „Ich finde, wenn man sowas macht, kann es nicht sein, dass die anderen mehr zahlen und ich selbst gar nichts.“ Tatsächlich führt er selbst die Statistik an: Er hat die meisten Strafen der Mannschaft! Das macht es ihm, so sein Eindruck, einfacher, von anderen Spielern einzusammeln.
Nils Lichtlein, Anderssons Vorgänger, hatte das Amt in jungen Jahren übernommen. Eine Aufgabe, die damals – und auch heute – nicht einfach ist. „Nils war 21 oder so. Da ist es nicht so einfach, zu Hans Lindberg zu sagen: ‚Jetzt musst du zahlen‘“, erinnert sich Andersson.

Mehr als nur disziplin
Die Mannschaftskasse dient aber nicht nur der Disziplin. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Teamkultur. „Der Gedanke ist ursprünglich, zu kontrollieren, dass alles läuft. Aber es geht auch darum, ein bisschen Spaß zu haben“, so Andersson. Das Geld fließt zurück in die Mannschaft, beispielsweise für gemeinsame Restaurantbesuche oder Teamevents auf langen Auswärtsreisen. „Wenn jeder dabei ist, dann zahlt das die Mannschaftskasse.“
Andersson wird die Kasse noch bis zum Saisonende organisieren, bevor er zum HØJ Elite wechselt. Wer dann sein Amt antritt, wird im sommerlichen Trainingslager entschieden. Bis dahin gilt für die Spieler der Füchse Berlin: Wer zu spät kommt, zahlt – Lasse Andersson sorgt dafür.
