Füchse berlin: der mann, der für den grip sorgt!

Berlin – Ohne ihn wäre bei den Füchsen Berlin kaum ein Handballsspiel erfolgreich: Matthes Langhoff. Der 24-jährige Rückraumspieler ist weit mehr als nur ein Spieler; er ist der stille Garant für den perfekten Grip der Bälle. Seine Aufgabe mag unscheinbar wirken, doch ihre Bedeutung für den Erfolg des Pokalsiegers ist immens.

Die geheime zutat: harz

Die geheime zutat: harz

Wer bei den Füchsen Berlin mal einen Ball nicht richtig fassen kann, der hat meist ein Problem. Und dieses Problem hat oft einen einfachen Grund: Matthes Langhoff hat seinen Job nicht gemacht. Doch das kommt selten vor. Seit drei Jahren kümmert sich der Nationalspieler um eine Sache, die im Handball so selbstverständlich ist, dass sie von den meisten Fans übersehen wird – das Harz. Eine Rolle, die, wie Lasse Andersson im Gespräch mit handball-world verriet, durchaus nicht einzigartig ist, aber dennoch eine bemerkenswerte Spezialisierung darstellt.

Während andere Spieler auf dem Feld ihr Können zeigen, ist Langhoff für die logistische Seite des Spiels verantwortlich. Es geht weniger um Geld als um die entscheidende Substanz, die den Ball in der Hand kleben lässt. „Ich bin seit drei Jahren fürs Harz verantwortlich“, erklärt er. „Ich hab immer Harz mit dabei und kümmere mich darum, dass es neu bestellt wird, wenn es mal alle ist.“ Ein eingespielter Prozess: Meldung an Co-Trainer Max Rinderle, Weiterleitung an die Geschäftsstelle – und der Nachschub ist gesichert.

Doch die Aufgabe endet nicht mit der Bestellung. Vor jedem Training, vor jedem Spiel muss die Dose bereitstehen. „Ich habe sie immer beim Training mit dabei und wenn wir ein Auswärtsspiel haben, dann nehme ich sie aus der Halle mit und packe sie direkt in meinen Ballbeutel“, so Langhoff. Ein kleiner Aufwand für eine große Wirkung.

Natürlich läuft nicht immer alles reibungslos. „Ich habe es bestimmt schon zwei-, dreimal vergessen“, gesteht er. Ein besonders denkwürdiger Moment ereignete sich in Gummersbach, als der Teambetreuer versehentlich das Harz mitnahm, in der Annahme, es gehöre ihnen. Das Aufwärmen gestaltete sich dann etwas holprig, bis die Situation aufgeklärt werden konnte. Ein Notfallplan ist jedoch vorhanden: „Ich habe mit unserem Betreuer abgesprochen, dass er immer noch eine Ersatz-Dose dabeihat.“

Dass Langhoff diese Aufgabe übernommen hat, ist ihm selbst zu verdanken. Bei den Füchsen werden die Aufgaben intern verteilt, nach einem einfachen Prinzip: die jüngsten Spieler wählen zuerst aus. Und Langhoff traf früh die Wahl auf das Harz. „Bisher war es immer frei, wenn ich dran war. Ich habe das so lange gemacht, ich würde jetzt immer dabei bleiben.“

Der Verbrauch ist abhängig von der Intensität des Spiels. „Wenn eine spielreiche Zeit ist, hält so eine Dose vielleicht ein, zwei Wochen. In ruhigeren Phasen auch drei oder vier“, so Langhoff. Besonders Kreisläufer, die den Ball immer gut fassen müssen, greifen gerne zu. Ein Trick, der den Verbrauch erhöht – aber auch eine Erleichterung, denn wie Langhoff scherzhaft bemerkt: „Wenn Marsa (Mijajlo Marsenic) einmal reinlangt, ist gefühlt schon eine halbe Dose leer.“

So funktioniert es bei den Füchsen: klare Rollen, auch jenseits von Taktik und Spielsystem. Einer kassiert, einer organisiert – und Matthes Langhoff sorgt dafür, dass der Ball klebt. Unauffällig. Aber unverzichtbar. Denn ohne den Grip, ohne das Harz, wäre der Erfolg der Füchse Berlin nur eine Illusion.