Fsv frankfurt verspielt den frühling: 13 punkte rückstand, trainer vor dem abgang
13 Punkte. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. So groß ist die Kluft zwischen dem FSV Frankfurt und der Spitze der Regionalliga Südwest – und genauso groß ist die Enttäuschung im Bornheimer Waldstadion. Nach dem 1:1 gegen das Schlusslicht Bahlinger SC ist der Traum vom Aufstieg nicht nur in weite Ferne gerückt, er ist erstarrt.
Was noch vor Wochen wie eine solide Ausgangsposition aussah, ist in sich zusammengefallen. Die Schwarz-Blauen hatten sich mit einem 5:0 gegen TSV Schott Mainz und einem 4:2 gegen Hessen Kassel Respekt verschafft. Doch dann kam der Frühling – und mit ihm die Ernüchterung. Drei Spiele, drei Punktverluste. Das 2:3 gegen TSG Balingen nach 2:0-Pausenführung war erst der Anfang.
Tim görner zieht konsequenzen – und zieht sich zurück
Trainer Tim Görner hat zwei Tage nach der Niederlage gegen Balingen seine Entscheidung gefällt: Er wird den Klub verlassen. „Die Entscheidung ist Stück für Stück gewachsen“, sagt der 30-Jährige, der seit 14 Monaten Inhaber der UEFA-Pro-Lizenz ist. „Klar ist, dass ich mich in puncto Liga und Professionalität nicht verschlechtern möchte.“
Ein Satz, der wie ein Seitenhieb klingt. Denn wer sich nicht verschlechtern will, der hat offenbar die sportliche Perspektive des FSV Frankfurt bereits abgeschrieben. Seine Zukunft? Kein Wort über konkrete Anfragen. Aber es brodelt. Ein Regionalligist mit Aufstiegsambitionen, vielleicht eine Zweitmannschaft aus der 2. Bundesliga – Görner wird nicht lange ohne Job bleiben.
Dabei hatte er in den vergangenen vier Jahren bewiesen, dass er Mannschaften formen kann. Dreimal einstellige Tabellenplätze, ein Hessenpokal-Sieg 2023. Doch der große Wurf blieb aus. „Die Lockerheit und Leichtfüßigkeit haben wir derzeit nicht“, gibt er offen zu. Keine Ausrede, sondern ein Zustandsbericht.

Präsident görner hatte den bruch schon vor monaten gespürt
Michael Görner, Präsident und Vater des Trainers, hatte den Zenit schon im Winter erreicht. „Als Fan habe ich noch gehofft, aber als Verantwortlicher wusste ich: Die Saison ist gelaufen“, sagt er nüchtern. Die Niederlagen gegen SGV Freiberg und SG Sonnenhof Großaspach hatten damals bereits die Richtung vorgegeben. Der schwäbische Doppel-Express – TSG Balingen und SG Sonnenhof – ist mittlerweile auf 11 und 13 Punkte enteilt.
Was bleibt, ist ein Verein, der sich selbst überholt hat. Ein Trainer, der geht. Eine Mannschaft, die sich selbst nicht mehr findet. Und ein Publikum, das sich fragt, wie aus einer einst vielversprechenden Saison so schnell eine Farce werden konnte.
13 Punkte Rückstand. Kein Drama, aber ein Spiegelbild. Wer den Frühling verspielt, bekommt ihn nicht zurück.
