Fsv frankfurt setzt auf victor kleinhenz: der neue mann am bornheimer hang

Victor Kleinhenz übernimmt den FSV Frankfurt. Der 34-Jährige unterschreibt beim Regionalligisten für zwei Jahre plus Option – und bekommt den Auftrag, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen, aber schneller zu gehen.

Warum ausgerechnet kleinhenz?

Robert Lempka, Geschäftsführer des Klubs, schwärmt vom „Wunschkandidaten“. Dahinter steckt ein klarer Plan: Kleinhenz steht in Schweinfurt für verticalen, ballorientierten Pressingfußball, kurz: für ein Spiel, das sich in der Regionalliga Südwest gegen tief stehende Gegner durchsetzen muss. Die Zahlen passen: 1,91 Punkte pro Spiel in der Bayern-RL, 58 Prozent Ballbesitzphase, dazu eine Scouting-Struktur, die junge, unterschätzte Spieler identifiziert. Genau das will Frankfurt, das seit Jahren mit limitiertem Budget arbeitet.

Die Bornheimer verlieren mit Tim Görner nicht nur einen Trainer, sondern auch ein Gesicht. Sechs Jahre am Stück hielt er die Truppe oben mit, trotz Insolvenz, trotz Personalmangel. Doch der Vertrag läuft aus, und beide Seiten einigten sich auf einen Abgang ohne Drama. „Wir danken Tim für eine Epoche, die stabil war“, sagt Lempka. Stabilität reicht aber nicht mehr. Der Klub will 2027 wieder in die 3. Liga.

Der abstieg, der keiner war

Der abstieg, der keiner war

Kleinhenz’ letzter Job endete mit einem Paukenschlag: Abstieg mit dem 1. FC Schweinfurt, Tabellenletzter, entlassen im März. Klingt nach Fiasko, ist aber nur die halbe Wahrheit. Unter seiner Führung stiegen die Unterfranken 2025 auf, hatten danach acht Ausfälle im Kader, dazu interne Querelen um die Lizenz. Dennoch: 1,4 Tore pro Spiel in der Vorwärtsbewegung, dritthöchste Zweikampfquote der Liga. Kleinhenz hinterließ Daten, keine Scherben.

Jetzt trifft er auf einen Kader, der jung, hungrig und taktisch flexibel ist. Mittelfeldstratege Nico Rinderknecht kennt seine Philosophie aus gemeinsamen Analysen im Winter, Stürmer Leon Damer wird als Pressing-Trigger eingesetzt. Die Fans freuen sich auf mutiges Spiel, die Geschäftsstelle auf ein Konzept, das sich verkaufen lässt.

Am Freitag stand Kleinhenz das erste Mal auf dem Kunstrasenplatz an der Volksbankstadion-Anlage. Kein Tamtam, keine Blitzlichter. Stattdessen: Blick auf die Laufwege, ein schnelles Gespräch mit Co-Trainer Mike Sadlo, dann die Handschrift auf dem Trainingsboden. Sein Satz, der haften bleibt: „Leidenschaft ist keine Frage der Liga, sondern der Einstellung.“

Die Saison startet am 8. August. Wenn dann der Ball rollt, muss Frankfurt nicht nur gewinnen, sondern auch überzeugen. Kleinhenz hat 90 Minuten, um zu zeigen, warum er die richtige Wahl ist. Die Uhr läuft schon.