Fribourr-gottéron schockt die liga: sechs neue kurz vor den playoffs
Die Drachen schlafen nicht. Fribourg-Gottéron packt 48 Stunden vor dem Playoff-Start die Prestige-Keule aus und verpflichtet in einem einzigen Schwung vier Aussenläufer und zwei Rückkehrer – mit bloss B-Lizen, aber mit klarer Mission: Tiefschlag im Gefecht um den National-League-Thron.
Die defensive bekommt ein zweites gesicht
Alain Bircher, das Basler Urgestein, kehrt in die Westschweiz zurück. 29 Jahre alt, 86 Playoff-Einsätze, ein Mann fürs Grobe. Neben ihm ein Novum: Alessandro Villa, 21, Thurgau-Talent, erstmals in der Königsklasse gefordert. Beide sollen die Lücken stopfen, die sich auftun, wenn die gegnerischen Top-Reihen zweimal am Tag auflaufen.
Die Botschaft an die Konkurrenz: Wer bislang dachte, Fribourg leide unter der engen Bank, sieht sich nun mit einem Achter-Plus-System konfrontiert.

Angriff: thurgauer duo soll tore sichern
Dominik Binias und Daniel Ljunggren kennen sich seit Juniorenzeiten. 58 gemeinsame Scorerpunkte in dieser Saison – jetzt sollen sie die Chemie auf Eis bringen, das grösste Spielfeld der Schweiz. Ljunggren, 28, war ursprünglich gar nicht auf dem Zettel. Interne Analysen zeigten aber: Fribourg verliert in der Vorwärtsbewegung an Tempo, sobald die ersten drei Blöcke einsitzen. Ljunggrens Antritt von der blauen Linie gilt als eine der schnellsten der Liga.

Rückkehrer mit offenen rechnungen
Lucas Hedlund verschoss im letzten Training vor seinem Weggang 2023 einen Penalty gegen den eigenen Torwart – und hörte den Sarkasmus der Fans. Nun ist er zurück, mit 27 Punkten im Thurgau-Trikot im Gepäck. «Ich habe nichts zu verschenken», sagt er kurz und knapp.
Elijah Neuenschwander kommt als Drittorhüter, doch die Statistik spricht für ihn: 92,3 % Fangquote in Chur, drei Shutouts in Serie – das gibt er sich nicht mit der Reservenrolle zufrieden.

Zenhäusern setzt auf kader-roulette
Sportchef Gerd Zenhäusern blickt auf 18 Final-Einsätze in den letzten drei Jahren zurück – und weiß, dass genau dort die Saison entschieden wird. «Playoff-Hockey ist kein Sprint, es ist ein Sechswochen-Krimi. Da brauchst du zwölf Stürmer, die bereit sind, um 23:00 Uhr noch Vollgas zu geben», zitiert ihn die Club-Webseite. Die B-Lizenz-Regel erlaubt unbegrenzte Wechsel bis zum Viertelfinal – ein Schlupfloch, das Fribourg nun gnadenlos ausreizt.
Die Liga reagiert mit Stirnrunzeln. Andere Klubs monierten intern, die Drachen würden die B-Lizenz zu einer «Wild Card ohne Risiko» umbauen. Fribourg hingegen rechnet: Mit den Neuen stehen 28 Feldspieler zur Verfügung – mehr als jemals zuvor in der NL-Geschichte.
Der erste Test folgt am Freitag in Biel. Die Fans haben bereits eine neue Choreo vorbereitet: Drachen, die aus einem Spielerberg auftauchen. Die Message ist klar – wer die Playoffs überleben will, muss zuerst an den Zähnen der Bestie ziehen.
Fribourg zockt, die Liga schaut verblüfft zu. Wenn die Drohung Realität wird, könnte diese Transfer-Blitzaktion über den Meister entscheiden – und in den Geschichtsbüchern als der »Playoff-Coup von 2025« verankert sein.
