Fribourg-gottéron zittert vor playoffs: wallmark-drama trübt rekord-saison
100 Punkte, 13 Siege in 15 Spielen – und nun das: Ausgerechnet vor dem Viertelfinal droht dem HC Fribourg-Gottéron der Traum von der Meister-Season zu platzen. Sandro Schmid fällt mit einem Kreuzbandriss aus, Lucas Wallmark will offenbar weg. Die Kabine kocht.
Wallmark will «raus – und das mitten im vertrag
Laut «La Liberté» pocht Biel und Lausanne auf den schwedischen Center, obwohl der 29-Jährige noch bis 2027 in Freiburg unterschrieben hat. Hintergrund: angeblich ein Machtkampf mit Coach Roger Rönnberg, der seine Stammkräfte mit schwedischer Drill-Mentalität an die Leistungsgrenze treibt. Wallmark spielte zuletzt nur noch auf Sparflamme – 5 Punkte in 14 Partien seit Jahreswechsel.
Julien Sprunger, 37, Kapitän seit 2012, versucht, das Feuer zu löschen. «Jeder fragt mich nach Lucas. Ich weiß nicht mehr als ihr», sagt er und zieht direkt die Kampflinie: «Solange das Trikot anhängt, gibt es keine Ausreden. Punkt.»

Rönnbergs harter kurs spaltet das team
Die Spieler sprechen offen von «NHL-Niveau» in den Einheiten, von Doppel-Ice und GPS-Tracking selbst an Ruhetagen. Die Resultate geben dem Schwaben recht: seit November kassierte Gottéron nur 22 Gegentore in 20 Spielen – Liga-Bestwert. Doch intern meckern einige Stars über «Überforderung» und fehlende Freiräume.
Wallmark galt als Guru des Powerplays, war mit 28 Vorlagen letzte Saison Top-Scorer. Jetzt sitzt er häufig neben dem Assistenten, statt auf dem Center-Punto. «Roger will 200-%-Kämpfer, keine Künstler», sagt ein Insider. «Lucas kann das nicht liefern – seine DNA ist Kreativität.»

Playoff-poker beginnt – mit oder ohne zentrum
Am Freitag geht’s gegen Davos. Ohne Schmid fehlt das Killer-Argument in der Zone, ohne Wallmark droht ein Loch zwischen den Reihen. Der Club hält an der Transfer-Sperre fest: kein Release vor Saisonende. Doch die Unruhe sitzt tief. «Wir haben 25 Profis, 25 Ego-Hüllen. Die muss man knacken, bevor sie das Team sprengen», sagt Sprunger. Die Botschaft ist klar: wer nicht mitzieht, fliegt – Vertrag hin oder her.
Die Zahlen sind gnadenlos: In den letzten zehn Jahren schaffte kein NL-Champion mehr als 95 Punkte ohne interne Querelen. Fribourg steht bei 100 – und am Scheideweg. «Wir können entweder Geschichte schreiben oder sie verbrennen», schließt Sprunger. Das Eis ist bereit, die Uhren laufen, das Drama beginnt.
