French open: tennis-stars drohen mit interview-boykott!
Paris steht vor einem Eklat: Nur zwei Tage vor dem Start der French Open planen einige der weltbesten Tennisspielerinnen und -spieler, ihre Interviews am Medientag abrupt zu beenden – ein symbolischer Protest gegen die angeblich unfairen Verteilung der Preisgelder. Die Tenniswelt hält den Atem an.

Ein machtwort der spieler: 15 minuten für 15 prozent
Der geplante Protest ist kein spontaner Ausbruch, sondern das Ergebnis wachsender Unzufriedenheit. Die Top-Stars fordern eine stärkere Beteiligung an den steigenden Einnahmen der Grand-Slam-Turniere. Konkret: 15 Minuten Interviewzeit gegen 15 Prozent der Einnahmen – ein klares Signal an die Veranstalter. Wie aus dem Umfeld einer Spielerin bekannt wurde, handelt es sich eher um eine „Botschaft der Einheit“ als um einen kompletten Medienboykott, doch die Brisanz ist unverkennbar.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Trotz eines Umsatzanstiegs bei den Australian Open von über 360 Millionen Euro auf fast 425 Millionen Euro in den letzten zwei Jahren, sank der prozentuale Anteil der Spieler am Gesamtpreisgeld von 13,93 Prozent. Das Preisgeld selbst stieg zwar von rund 53 Millionen auf knapp 60 Millionen Euro, der relative Rückgang am Gesamtvolumen ist jedoch unübersehbar.
Amélie Mauresmo, die Turnierdirektorin von Roland Garros, zeigt sich unnachgiebig. „Wir werden nicht nachgeben“, erklärte die ehemalige Weltranglistenerste, obwohl sie die Situation als belastend empfindet. Sie argumentiert, dass sich das Preisgeld in den letzten zehn Jahren verdoppelt und in jüngster Zeit sogar weiter deutlich erhöht habe. Doch die Spielerinnen und Spieler lassen sich nicht beirren. Aryna Sabalenka, aktuell die Nummer eins der Welt, machte Anfang Mai deutlich: „Wir sorgen für die Show. Ohne uns gäbe es keine Turniere, ohne uns gäbe es keine Unterhaltung. Ich habe das Gefühl, dass wir definitiv einen größeren Anteil verdienen.“
Ein Treffen steht bevor: Am Freitag soll es ein entscheidendes Gespräch zwischen den Organisatoren der French Open und einigen Spielervertretern geben. Mauresmo äußerte sich zuversichtlich, betont aber, dass die Stimmen der Spielerinnen ernst genommen werden. Ob dieses Treffen die drohende Eskalation abwenden kann, bleibt abzuwarten. Die Spieler haben das Momentum, die Veranstalter müssen jetzt handeln, bevor der Glanz der French Open getrübt wird.
Die Situation zeigt, dass das Verhältnis zwischen Spielern und Veranstaltern an einem Scheideweg steht. Es ist ein Kampf um die gerechte Verteilung des Profits in einer Sportart, die von den Fähigkeiten und der Anziehungskraft ihrer Stars lebt. Die kommenden Stunden werden entscheidend sein.
