Freiburg stolpert erneut: 0:1 in genk lässt viertelfinale wieder platzen

Der SC Freiburg steht vor dem gleichen Albtraum wie 2023 und 2024: ein Aus in der K.-o.-Runde der Europa League. Die 0:1-Pleite bei KRC Genk schickt die Breisgauer mit dem minimalsten aller Handicaps nach Hause – und mit der Gewissheit, dass sie sich selbst zum Hauptfeind erklärt haben.

Kein pulsschlag, nur ein abklatsch

Was in der Cegeka Arena passierte, war keine Europapokal-Atmosphäre, sondern ein selbst verordneter Komaszustand. 15.500 Zuschauer, zwei Drittel der Plätze leer, null Druck – und null Reaktion von den Gästen. Freiburgs Mittelfeld, zuletzt gegen Leverkusen noch gelobt, verlor 46 % der zweiten Bälle im eigenen Aufbau. Genk presste, Freiburg stolperte. Julian Schuster sprach hinterher von „Präzisionsmangel“, meinte aber genauer: Wir haben unsere DNA vergessen.

Die Statistik ist gnadenlos: 312 Pässe in der ersten Hälfte, 23 % davon vertändelt. Die einzige Szene, die zählte, war der Treffer von Zakaria El Ouahdi (34.). Christian Günter kam einen Schritt zu spät, zwei Schritte zu spät. Der Ball zischte unter Noah Atubolu durch – und mit ihm die Illusion, dass kleine Gegner klein bleiben.

Schuster kocht innerlich

Schuster kocht innerlich

Der Interimscoach versuchte, das Debakel zu relativieren: „Wer im Achtelfinale steht, hat Qualität.“ Klar. Aber was ist mit der eigenen? Drei Jahre hintereinander scheitern, weil man den Gegner unterschätzt, ist keine Fußball-Logik, sondern ein Muster. 2021/22 war Juventus zu groß, 2022/23 war West Ham zu clever, 2023/24 war Genk einfach nur bereiter. Die Breisgauer traten an wie ein Team, das sich selbst für besser hält – und genau das war der Fehler.

Die zweite Hälfte? Ein Lehrstück für Leerläufer. Keine Torchance bis zur 95. Minute, kein Tempo, keine Idee. Igor Matanovic’ letzter Schuss war ein Symbol: zu spät, zu harmlos, zu nichts. Freiburg schoss zweimal aufs Tor, einmal auf den Pfosten. Genk hätte höher gewinnen müssen, wollte aber nicht mehr. Warum auch.

Donnerstag wird die wahrheit folgen

Donnerstag wird die wahrheit folgen

Im Europa-Park Stadion wartet die letzte Chance. Die Bilanz daheim in 2026: fünf Siege, ein Remis. Die Moral? Bröckelt. Die Aufgabe: Genk ernst nehmen, endlich. Schusters Credo: „Wir brauchen Kontrolle, Zweikampfstärke und Energie.“ Klingt nach Fußball-Grundschule, ist aber die einzige Hausaufgabe, die zählt.

Die Fans werden kommen, die Kurve wird kochen. Aber wenn Freiburg wieder glaubt, dass der Gegner von selbst kapituliert, fliegt er zum dritten Mal raus. Dann bleibt nichts übrig als die Erkenntnis: Wer sich selbst zum Riesen erklärt, wird vom Zwerg gestolpert. Die Uhr läuft – und sie läuft gegen den SC.