Frankreichs biathlon-mixed versinkt in otepää – burdet schont nichts

Wind peitscht durchs estnische Otepää, und mit ihm schlägt die Wahrheit zu. Frankreichs Biathlon-Mixed versagt spektakulär. Chefcoach Cyril Burdet bricht hinterher in L’Équipe die Tabus: „Das ganze Team ist heute durch die Hölle gegangen.“ Kein Trost, keine Ausrede.

Disqualifikation und platz acht – ein tag zum weglaufen

Den Anfang macht Émilien Jacquelin mit Camille Bened. Beim Nachladen zögert Jacquelin eine Sekunde zu lang – Disqualifikation. Die Single-Mixed-Staffel endet vorzeitig. Nur Stunden später folgt die Mixed-Staffel der Damen und Herren. Platz acht, 1:29 Minuten Rückstand. Die Staffel läuft sich im Schneetreiben die Seele aus dem Leib, die Strafrunden aber nageln sie fest.

Océane Michelon übernimmt als Schlussläuferin von Justine Braisaz-Bouchet auf Rang fünf. Dann kracht es zweimal im Schießstand. „Ich bin enttäuscht von dieser ersten Erfahrung“, sagt die 24-Jährige mit zittriger Stimme. Normalerweise hält Julia Simon diese Position. Doch Simon fehlt, Lou Jeanmonnot auch. Michelon sollte nur einspringen – und wird zur tragischen Figur.

Müdigkeit? burdet läsht das nicht gelten

Müdigkeit? burdet läsht das nicht gelten

Die Athletin spricht von einer „harten Woche“, von Erschöpfung am Morgen. Burdet schnitt das Thema sofort ab: „Das ganze Feld ist müde. Es liegt an uns, gut damit umzugehen.“ Keine Entschuldigung, keine Psychologie. Nur harte Selbstanalyse. Frankreich, sonst diesen Winter das Maß aller Dinge, beendet die Teamwettkämpfe mit einem Paukenschlag.

Die Saison endet nächstes Wochenende in Oslo. Dort müssen Simon, Jeanmonnot und Co. beweisen, dass Otepää eine Ausnahme bleibt. Burdet hat schon den Kanal gewechselt: „Wir haben fünf Tage, um Köpfe und Kufen wieder in eine Reihe zu bekommen.“ Die Uhr tickt. Und der Wind von Otepää weht noch nach.