Frankreich gegen norwegen: deschamps fehlt – haaland sieht rot!
Ein Schatten liegt über dem französischen Nationalteam: Im entscheidenden Gruppenspiel gegen Norwegen am kommenden Mittwoch fehlt Nationaltrainer Didier Deschamps aufgrund des Todes seiner Mutter. Während die Mannschaft um den Gruppensieg kämpft, wirft ein Blick zurück auf die vergangenen Jahre eine Frage auf: Werden die Franzosen endlich das Fluchmuster des dritten Gruppenspiels brechen?

Die deschamps-bilanz: ein muster der rotation
Seit seinem Amtsantritt hat Deschamps das dritte Gruppenspiel stets zur Rotation genutzt, oft bereits mit dem Blick auf die bevorstehenden K.o.-Runden. Doch diese Strategie hatte selten Erfolg. Die letzte Partie, die Frankreich mit großer Dringlichkeit bestreiten musste, war 2006 gegen Togo – ein 2:0-Sieg, der den Einzug ins Achtelfinale sicherte. Seitdem blieb der Erfolg im dritten Gruppenspiel aus.
Erinnern wir uns: 2010 eine knappe 1:2-Niederlage gegen Südafrika, 2014 ein torloses Unentschieden gegen Ecuador, 2016 erneut 0:0 gegen die Schweiz, 2018 ein weiteres Unentschieden ohne Tore gegen Dänemark (bei bereits sicherem Gruppensieg), 2021 ein 2:2 gegen Portugal (bei fast gesicherter Qualifikation) und 2022 eine überraschende 0:1-Niederlage gegen Tunesien, die den Gruppensieg jedoch nicht gefährdete. Das Unentschieden gegen Polen bei der Euro 2024 bedeutete schließlich den zweiten Platz für Deschamps – eine Premiere in seiner Trainerkarriere.
Die Konsequenzen des Gruppensiegs sind überschaubar. Im Achtelfinale könnte es zu einem Duell mit Schweden kommen, doch das eigentliche Problem lauert bereits im Viertelfinale: Ein Treffen mit Gastgeber Deutschland wäre dann wahrscheinlich, sofern diese ihre Aufgaben erfüllen. Die höheren Runden bergen weitere Herausforderungen: Niederlande, Marokko oder die Schweiz könnten auf die Franzosen warten, und im Halbfinale könnte die Revanche für die Euro-Niederlage gegen Spanien folgen.
Deschamps, der das Spiel aus der Ferne verfolgt, schließt personelle Veränderungen nicht aus. Die Klassifizierung ist bereits sicher, und die Belastung für die Spieler muss angesichts der kürzer werdenden Regenerationsphasen minimiert werden. Junge Talente wie Cherki könnten nun ihre Chance erhalten, ebenso Doué. Im Angriff rückt Thuram in den Fokus.
Die Partie gegen Norwegen wird zeigen, ob Frankreich den Spieß umdrehen und das Fluchmuster des dritten Gruppenspiels endlich beenden kann. Die Vorfreude auf ein spannendes Duell ist dennoch groß – nicht zuletzt, weil die Aussagen von Erling Haaland die Erwartungen in den Himmel schrauben. Doch Fußball kennt keine Garantien, und die Geschichte lehrt uns: Auch vermeintliche Favoriten können in entscheidenden Momenten scheitern.
