Frankfurt-marathon: zwei bewerber – wer richtet 2027 aus?
Die Frankfurter Laufszene steht vor einer überraschenden Wendung: Neben dem bisherigen Veranstalter, motion events, hat eine neue Agentur, die Frankfurter Sportagentur (FSA), ebenfalls die Ausrichtung des traditionsreichen Frankfurt-Marathons ab 2027 beantragt. Ein Wettbewerb, der das Rennen neu beleben könnte, aber auch für Unsicherheit sorgt.
Neuer konkurrent mit regionalem fokus
Die FSA, angeführt von Andreas Bechmann, dem ehemaligen Zehnkampf-Europameister U23, setzt auf eine stärkere regionale Verankerung des Marathons. Bechmann kündigte an, den Fokus weg von internationalen Topstars und hin zu nationalen Athleten und dem Breitensport zu verlagern. „Der Frankfurt Marathon soll mit der Kraft der gemeinsamen Bewegung den Frankfurter Laufsport zusammenbringen“, so Bechmann. Ein Spendenmodell und die Unterstützung lokaler Sportvereine sind Teil des Konzepts.

Motion events – ein erfahrener partner verlässt das ruder
Auch bei motion events gibt es Veränderungen. Renndirektor Jo Schindler, der das Rennen seit 2002 maßgeblich prägt hat, übergibt die Leitung an London Marathon Events, ein Unternehmen mit internationalem Renommee. Jeannette Wong und Hugh Brashes, erfahrene Köpfe aus der Londoner Laufszene, übernehmen nun die Geschäftsführung. Schindler selbst wird in einer Übergangsphase weiterhin involviert sein.

Stadt frankfurt muss entscheiden – ausschreibung in arbeit
Die Stadt Frankfurt steht nun vor der Aufgabe, den neuen Wettbewerb zu bewältigen. Da es bisher nur einen Bewerber für die Ausrichtung gab, war kein formelles Ausschreibungsverfahren notwendig. Dies hat sich nun geändert, und die Stadt arbeitet derzeit an einer offiziellen Ausschreibung. Wie schnell diese veröffentlicht wird, bleibt abzuwarten.
Mehr als nur ein rennen – ein konzept überzeugt
Das Konzept der FSA findet bereits Anklang in der Frankfurter Sportgemeinschaft. Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreises Frankfurt, sprach von „großen Chancen in der zeitgemäßen Neuausrichtung“. Auch Eintracht Frankfurt signalisierte Unterstützung. Armin Kraaz betonte die Bedeutung des Marathons für die Stadt und die Übereinstimmung mit den Werten des Vereins.
Die Entscheidung, wer den Frankfurt-Marathon ab 2027 ausrichtet, wird die Zukunft des Rennens maßgeblich beeinflussen. Ob die Erfahrung von motion events oder der frische Wind der FSA am Ende die Nase vorn hat, bleibt spannend. Ein Wettbewerb um die Ausrichtung könnte dem Rennen langfristig jedoch neue Impulse geben und seine Attraktivität steigern. Die ersten Ergebnisse werden sich zeigen, sobald die Ausschreibung der Stadt Frankfurt öffentlich ist.
