Frankfurt-marathon: wer übernimmt das zepter?
Die Frage beschäftigt die Frankfurter Sportwelt: Wer wird künftig den traditionsreichen Frankfurt-Marathon ausrichten? Nach fast 25 Jahren unter der Leitung von Jo Schindler steht ein Wechsel bevor, und die Entscheidung ist kniffliger, als es scheint. Zwei Bewerber buhlen um den Zuschlag, und die Stadt steht vor einer wichtigen Wahl.
Ein routinier gegen einen neuling
Jo Schindler, der Mann, der den Marathon über zwei Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat, sieht seine Position mit einem Augenzwinkern, aber auch mit einem gewissen Stolz. Trotz des Verkaufs seiner Agentur an „London Marathon Events“ bleibt er bis Ende des Jahres im Amt und betont seine „moralische Verpflichtung“, den Klassiker weiterhin erfolgreich durchzuführen. Er hat Konkurrenz bekommen: Die Frankfurter Sportagentur (FSA) – unterstützt vom Sportkreis Frankfurt – hat ebenfalls ihre Ambitionen bekundet und möchte ab 2027 das Ruder übernehmen. Ein Machtkampf beginnt.
„Ich fände es schon sehr schräg, wenn die Stadt nach all den Jahren sagen würde, dass man jetzt einem neuen Veranstalter den Zuschlag gibt“, so Schindler mit einem Augenzwinkern. Seine Agentur hat das Rennen über die Jahre auf ein hohes Niveau gehoben und trotzt auch der Corona-Pandemie. Doch der Sportkreis, angeführt von Andreas Bechmann, sieht seine Chance: „So ein Prestige-Event wie der Marathon muss für die Frankfurter und die Vereine da sein, der muss von Frankfurtern für Frankfurt gemacht werden.“
Oberbürgermeister Mike Josef, der auch als Sportdezernent die Verantwortung trägt, betont die Notwendigkeit einer transparenten Ausschreibung. „Die rechtlichen Grundlagen sind so, dass es eine transparente Ausschreibung sowohl für den Veranstalter als auch die Stadt Frankfurt geben muss, um Planungssicherheit zu haben.“ Die Entscheidung wird also nicht leichtfallen.

Schnellere strecke, größere ambitionen
Ein weiteres spannendes Detail: Hugh Brashes, CEO von Motion Events, dem neuen Eigentümer von Schindler's Agentur, ist überzeugt, dass die Frankfurter Strecke das Potenzial hat, Weltrekorde zu brechen. „Die Strecke hier ist schneller als die in London“, erklärt er. Das Konzept sieht vor, den nationalen Spitzensport zu fördern und gleichzeitig eine Plattform für den regionalen Breitensport zu schaffen. Er möchte auch mehr Frauen und jüngere Menschen für den Marathon begeistern – eine Herausforderung, die die Stadt und die Bewerber gleichermaßen vor Augen haben.
Obwohl die Konkurrenz groß ist, scheint die Zukunft des Frankfurt-Marathons in guten Händen zu sein. Die Stadt hat die Chance, eine nachhaltige und erfolgreiche Partnerschaft zu finden, die den Marathon auch in den kommenden Jahren zu einem Highlight der Leichtathletikszene macht. Die Entscheidung ist gefallen, der neue Veranstalter wird die Aufgabe übernehmen, den Frankfurt-Marathon zu einer neuen Ära zu führen – mit dem Versprechen, die Tradition zu bewahren und neue Maßstäbe zu setzen.
