Frankfurt versenkt sich selbst: mainz sticht die sge ab

Die Eintracht kam, sah und ging leer aus. Beim 1:2 in Mainz lieferte Frankfurt eine Vorstellung ab, die selbst die treuesten Anhänger ins Grübeln bringt. Platz sechs? Schon jetzt ein frommer Wunsch. Die Mannschaft von Albert Riera wirkt wie ein Schiff ohne Kompass – mit viel Ballbesitz, aber ohne Kurs.

Die mainzer nadelstiche trafen, die frankfurter ideen fehlten

Schon nach sieben Minuten lag der FSV vorne. Paul Nebel nutzte den ersten Ballgewinn, riss die Kette der Hessen auseinander und traf. Frankfurt reagierte mit viel Ballbesitz, aber wenig Durchschlagskraft. Die berüchtigten Querpassstafetten in der Dreierkette erinnerten mehr an ein Trainingsspiel als an einen Kampf um Europa. 66 Prozent Ballbesitz, drei klare Torchancen – Statistiken, die betrügen.

Jonny Burkardt sprach nach dem Abpfiff vom „Dämpfer auf dem Weg, wieder europäisch zu spielen“. Doch der Weg sieht derzeit aus wie ein Feld mit Sackgassen. Ritsu Doan, letzte Saison noch Rechtsaußen mit Selbstvertrauen, wandert zwischen den Linien, ohne Profil. Hugo Larsson agiert als Sechser, ist aber ein Achter mit Vorwärtsdrang. Das System frisst die Stärken der Einzelnen.

Riera kassiert, ohne zu erklären

Riera kassiert, ohne zu erklären

Der Trainer verschanzt sich hinter dem Satz „Ihr wisst, warum ihr verloren habt“, doch die Lösung bleibt intern. Die Fans draußen fragen sich laut: Wo ist der Mut, die Risikopässe zwischen die Ketten? Warum wird Nathaniel Brown erst in der 75. Minute auf die Rechtsaußenposition gezogen, wo er in der Vorwoche traf? Die Antworten bleiben aus, die Punkte auch.

Die Tabelle lügt nicht: Mit 38 Zählern nach 27 Spielen ist Frankfurt nur noch drei Punkte vom Strudel entfernt. Die Europa-League-Träume zerploppen wie Luftschlangen im Mainzer Wind. Wer so spielt, darf sich nicht wundern, wenn die Saison am Ende mit einem Fragezeichen endet. Die nächste Gelegenheit zum Umdenken kommt am Samstag gegen Bochum. Keine Schiffe mehr, nur noch harte Arbeit.