Frankfurt ohne offensiv-asse: riera bremst ebnoutalib und uzun aus

Die Eintracht muss weiter auf frisches Feuer im Sturm verzichten. Younes Ebnoutalib und Can Uzun fehlen auch gegen Heidenheim – und das liegt nicht an deren Willen, sondern an deren Knorpeln.

Riera will keine minuten-frage mehr stellen

Riera will keine minuten-frage mehr stellen

Albert Riera spricht von „noch nicht bereit“, meint aber: Ich will keine Spieler mehr auf der Bank, die ich zählen muss. Die Rückkehr ins Mannschaftstraining war ein Schritt, der Hoffnung machte. Doch der Körper zieht die Bremse. Ebnoutalibs Innenband im Knie reagiert noch auf Last, Uzuns Oberschenkel pocht bei jedem Sprint. „Nächste Woche“ ist das neue Mantra – ein Wort, das in Frankfurt mittlerweile wie ein Sprenkel Salz auf offener Wunde klingt.

Die Statistik nagt: Ohne die beiden Speed-Dribbler sank die Torquote der Hessen auf 0,8 pro Partie. Gegen St. Pauli schossen sie 14-mal, trafen kein einziges Mal. Das 0:0 war ein Bild erstickter Kreativität. Nun wartet das Schlusslicht, das zuletzt drei Punkte holte und plötzlich wieder atmet. Für Riera ist das keine Erleichterung, sondern eine Falle.

Er droht mit „einer Überraschung“. Michy Batshuayi lief gestern 30 Minuten auf dem Trainingsplatz an der Commerzbank-Arena, die Waden sprangen, die Hüfte drehte sich ohne Stocken. Der Belgier könnte die Lücke füllen – oder zumindest die Angst des Gegners schüren. Denn wer bei Heidenheim denkt, dass Frankfurt ohne seine Stars zahnlos kommt, der kennt die Mentalität dieses Kaders nicht. Riera sagt es so: „Egal, gegen wen wir spielen, ich will dieselbe Mentalität sehen.“

Die Botschaft ist klar: Keine Ausreden, keine Halbwertszeiten. Die Eintracht spielt nicht gegen den Tabellenletzten, sondern gegen die eigenen Defizite. Und die heißen momentan: Lücken im Strafraum, mangelnde Kaltschnäuzigkeit – und eben zwei Offensivkräfte, die auf dem Papier fit sind, auf dem Platz aber noch nicht. Die Uhr tickt. Die Europa-League-Plätze sind drei Punkte entfernt, das nächste Ausrufezeichen liegt in der eigenen Hand. Oder besser: im eigenen Knie.