Frankfurt gegen hoffenheim: jetzt zählt nur noch die wut im bauch
Drittes Mal, kein Drama – endlich rollt der Ball im Brentanobad. Zweimal hat der Winter wetterbedingt das Topspiel zwischen Eintracht Frankfurt und der TSG Hoffenheim verhindert, nun droht kein Schneegestöber mehr, sondern ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Die Tabellensituation spricht Bände: Platz drei gegen Platz vier, beide punktgleich, beide mit drei Siegen aus fünf Rückrundenspielen. Die Frage ist nicht, wer besser ist, sondern wer zuerrissen werden will.
Niko arnautis verteidigt seine truppe – und sich selbst
Die Eintracht kommt mit zwei Klatschen im Gepäck: 0:1 in Wolfsburg, 2:4 in Bremen nach 2:0-Führung. Kapitänin Laura Freigang ließ keine Samthandschuhe an, die Medien griffen nach. Arnautis kontert: „Wir waren in keinem Spiel unterlegen, nur inkonsequent.“ Er spricht von einem „Riesenumbruch“, von „Aufholjagd“, von „verdammt viel Leistung“. Die Worte klingen wie ein Kampfansage an jeden, der seine Mannschaft schon abgeschrieben hat. Der Coach will keine Schwarzmalerei, er will Punkte.
Die Zahlen geben ihm recht: Frankfurt war in beiden Duellen gegen Hoffenheim in dieser Saison spielerisch überlegen, gewann das Pokal-Achtelfinale 6:4, verlor die Liga-Hinrunde 0:3 – nach einer Schiri-Panorama-Szene und zwei Aluminiumtreffern. Die TSG mag die bessere Abwehr haben (23 Gegentore, Liga-Rang zwei hinter Bayern), aber die Eintracht besitzt das Tempo. Nicole Anyomi gegen Vanessa Diehm und Franziska Harsch – das ist kein Duell, das ist ein Sprintwettbewerb.

Eva-maria virsinger erwartet eine „eintracht mit wut im bauch“
Während Arnautis um Balance bettelt, lacht Hoffenheims Trainerin Eva-Maria Virsinger. Ihr Team kam aus der Pause mit zwei Siegen zurück, darunter ein 4:0 gegen Essen. „Wir haben Herz und Mut gezeigt“, sagt sie. Ihre Defensive ist das Betonfundament, vorne wirkt alles wie auf Schnellstart programmiert. Linda Natter und Naomi Luyet kehren zurück, Luyet nach 18 Monaten Verletzungspause. Die Nachricht allein erzeugt Schlagzeilen im Kraichgau.
Virsinger warnt trotzdem: „Frankfurt steht unter Zugzwang, das macht sie gefährlich.“ Sie hat die Videos analysiert, vor allem die zweite Halbzeit in Bremen. Ihr Fazit: „Die Eintracht hat sich selbst geschlagen, nicht Bremen.“ Ihr Plan lautet: Tempo brechen, Anyomi einsperren, Konter leben. Kein Geheimrezept, aber eine klare Marschroute.
Die Personalie liefert ein Nebenschauplatz: Amanda Ilestedt trainiert wieder, Ainhoa Alguacil fehlt mit Nasenbruch, Hayley Raso und Remina Chiba sind noch beim Asian Cup. Die Stars fehlen, die Spannung bleibt. Wer gewinnt, springt auf Platz zwei, vielleicht sogar auf Platz eins, sollte Bayern patzen. Die Saison ist so eng wie ein Sprint über 100 Meter – und jeder Schritt zählt doppelt.
18 Uhr, Brentanobad, Live im Kicker: Entweder Frankfurt beweist, dass die Kritik nur Motivationspapier war, oder Hoffenheim schickt die SGE mit der dritten Niederlage im März in die Winterpause der Köpfe. Kein Spiel ist in dieser Phase harmlos, kein Tor nur ein Tor. Es geht um München-Sicht, Champions-League-Träume, um die Frage, wer in der heißen Phase der Saison noch durchbrennt und wer nur noch durchdreht.
