Fra medizinstudentin zur wm-expertin: suzanne huurmans überraschende karriere
Wer hätte gedacht, dass Suzanne Huurman, einst eine junge Frau ohne konkreten Karriereplan, heute als einzige Ärztin in einem der 48 WM-Teams steht? Ihre Geschichte ist ein Beweis dafür, dass der Weg zum Erfolg oft unerwartet und von Zufällen geprägt ist – und dass man Chancen ergreifen sollte, wenn sie sich bieten.
Ein glücklicher zufall führte sie ins fußballcamp
Huurman erzählt, dass sie nie davon geträumt hatte, Ärztin zu werden, geschweige denn im Fußball zu arbeiten. „Ich hatte nie den Traum, Medizin zu studieren“, gesteht sie. Mit 16 oder 17 Jahren wusste sie noch nicht genau, was sie wollte. Da sie gute Noten hatte und in den Niederlanden ohne Abitur direkt Medizin studieren konnte, entschied sie sich für diesen Weg – eine Entscheidung, die ihr Leben grundlegend verändern sollte. Der erste Kontakt zum Fußball kam durch einen Traumatologen, der sie um Hilfe beim Go Ahead Eagles bat. Was als kleine Unterstützung begann, entwickelte sich rasch zu ihrer Leitung der medizinischen Abteilung.

Madrid als „fußball-paradies“
Der nächste Schritt führte sie zum PSV Eindhoven, dann zum spanischen Giganten Real Madrid. Dort wurde sie zunächst als Beraterin für den Aufbau des medizinischen Bereichs des Frauenteams engagiert. „Für mich ist Madrid der beste Club der Welt“, schwärmt Huurman. „Ich habe so viel gelernt. Wir hatten alle Ressourcen, die wir brauchten. Eine MRT-Untersuchung direkt am Spielfeldrand – das ist ein Traum in der Sportmedizin.“ Sie arbeitete sowohl mit dem Frauenteam als auch mit den Herren und lernte, dass der Weg für Frauen im Fußball oft steinig ist. „Ich habe unzählige Male gehört: 'Sie können nicht in der medizinischen Abteilung des Männerteams arbeiten, weil wir keine Frau dort haben wollen.'“

Ein teamgeist, der verbindet
Huurmans Erfolgsgeheimnis? Hartes Arbeiten und die Überzeugung, dass Engagement sich auszahlt. „Ich habe immer versucht, meine Arbeit jeden Tag so gut wie möglich zu machen. Wenn ich wusste, dass ich an einem Ort nicht das erreichen konnte, was ich wollte, dachte ich: 'Das ist nicht der richtige Ort für mich.' Es gibt tausende andere Möglichkeiten.“
Curazao: ein wm-traum wird wahr
Ihr aktuelles Engagement bei der Nationalmannschaft von Curazao ist ebenfalls das Ergebnis eines glücklichen Zufalls. Nach der Qualifikation für die WM kontaktierte der damalige Mannschaftsarzt sie, da er aufgrund der schweren Erkrankung seiner Tochter nicht mehr zur Verfügung stehen konnte. Huurman zögerte nicht lange und übernahm die Leitung der medizinischen Abteilung. „Es ist so normal für mich… alle anderen 47 waren Männer“, sagt sie bescheiden. Curazao, ein Land mit nur 150.000 Einwohnern – „wie wenn Móstoles für die WM qualifiziert wäre“ – ist für sie ein besonderes Erlebnis.
Vorbild für kommende generationen
Huurman betont, dass ihre Geschichte ein Zeichen der Hoffnung für junge Frauen sein soll, die eine Karriere in der Sportmedizin anstreben. „Ich hoffe, dass junge Ärztinnen, die Medizin studieren, sehen, dass es möglich ist, ihren Traumjob zu erreichen. Es ist wichtig, diese Geschichten zu erzählen, denn die Barrieren fallen langsam, aber sicher.“ Sie selbst träumt nicht von einem bestimmten Posten, sondern lebt den Moment und ist offen für neue Herausforderungen – sei es im Fußball, in der Formel 1 oder im Mixed Martial Arts. Denn Huurman hat bewiesen: Manchmal führt der ungewollte Weg zum größten Erfolg.
