Fortuna düsseldorf kämpft: kann der zusammenhalt den abstieg verhindern?

Dramatik pur in Düsseldorf: Fortuna Düsseldorf steht mit dem Rücken zur Wand. Der Kampf gegen den abstieg hat eine neue Dringlichkeit angenommen, und das Heimspiel gegen Holstein Kiel am Freitagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) ist für die Fortuna von existenzieller Bedeutung. Ein ausverkauftes Stadion soll nun der Motor für einen Sieg sein – allerdings nicht mit dem geplanten Sondertrikot.

Trainer anfang setzt auf mentale stärke

Nach der deutlichen 0:3-Niederlage in Kaiserslautern, die den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf lediglich zwei Punkte schrumpfte, präsentierte sich Markus Anfang auf der Pressekonferenz überraschend gelassen. Der Fokus liegt klar auf dem Zusammenhalt und der mentalen Stärke der Mannschaft. Tino Polster, Sprecher des Vereins, rief die Anhänger bereits zu Beginn der Konferenz dazu auf, das Stadion in den Vereinsfarben Rot und Weiß zu füllen – ein Zeichen der Solidarität.

Der Verzicht auf das geplante Sondertrikot „Düsseldorf am Rhein“ ist dabei eine bewusste Entscheidung. Es wäre, so Anfang, „komisch“, wenn die Mannschaft plötzlich in dunkelblauem Dress auflaufen würde. Die äußeren Rahmenbedingungen sind somit geklärt, doch der Trainer betonte deutlich: „Es liegt an uns, es bringt nichts, wenn das Stadion voll ist und wir den Funken nicht überspringen lassen.“

Personelle Engpässe belasten die Fortuna zusätzlich. Sima Suso fehlt aufgrund seiner roten Karte, während der Einsatz von Jordy de Wijs fraglich ist. Anfang betonte, dass er mit dem vorhandenen Kader arbeiten müsse und sein Vertrauen in die Spieler ausspreche. Die Frage nach der Motivation führte zu einer pointierten Antwort des Trainers:

„Man glaubt im Fußball, der Trainer muss die Spieler extrem motivieren. Ich muss sie motivieren, das mache ich auch. Aber ich glaube, jeder Spieler muss von sich aus die Motivation haben, 100 Prozent zu liefern.“

Die lehre aus münchen: widerstandsfähigkeit als schlüssel

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Anfang suchte die Inspiration für seine Ausführungen weitab vom Niederrhein – in München. Er bezog sich mehrfach auf Vincent Kompanys Analyse des Bayern-Siegs in Madrid. „Kompany hat ganz klar gesagt: Du musst Situationen überstehen und deine Situationen gut ausspielen“, so Anfang. Es gehe nicht immer um Motivation, sondern vielmehr um die Fähigkeit, „im entscheidenden Moment die Ruhe zu bewahren.“ Ein „gewisser Rhythmus“ sei dabei entscheidend, denn „wenn einer Rhythmus hat, ist er natürlich viel besser drauf, als einer, der keinen Rhythmus hat.“

Die Merkur Spiel-Arena wird jedenfalls ausverkauft sein, ein Zeichen der Hoffnung und des Vertrauens in die Mannschaft. Ob Fortuna Düsseldorf diesen Schwung nutzen und den entscheidenden Sieg im Abstiegskampf einfahren kann, wird sich am Freitag zeigen. Doch eines ist klar: Widerstandsfähigkeit und mentale Stärke werden in diesem Spiel eine größere Rolle spielen als je zuvor.