Forster jagt gold hinterher – seco fliegt, deutschland zittert
Anna-Lena Forster liegt nach dem Super-G auf Silberkurs, doch die Spanierin Audrey Pascual Seco prescht mit 2,82 Sekunden Vorsprung davon. Der Slalom um 12.55 Uhr wird zum Krimi.

Die zahlen, die zittern lassen
2,82 Sekunden klingen nach wenig – im Para-Ski-Alpin sind das Welten. Seco fuhr gestern schon Gold im Super-G, heute legte sie nach. Forster hingegen „etwas zu zaghaft“, wie Coaches murmelten. Die 28-Jährige selbst wirkt gelassen: „Meine Goldmedaille habe ich. Die kann mir keiner mehr nehmen.“ Ein Satz, der klingt, als würde sie sich selbst beruhigen.
Dahinter lauert Litong Siu aus China (+4,41), der dritte Angriff. Für Forster heißt es nun: Slalom oder nichts. Ihre Paradedisziplin, 2018 und 2022 jeweils Gold, soll den Rückstand wieder einfahren. Die Piste in Cortina ist kurz, technisch, perfekt für ihre kurzen Schwünge. Die Frage ist nur: Reicht die Nervenkraft, wenn Seco erneut so startet wie eine Rakete?
ARD-Experte Marcel Seufert kommentiert live, die Bilder zeigen Forsters Gesicht zwischen den Läufen: kein Stress, aber auch kein Lächeln. Sie weiß, dass eine Medaille heute reichen würde, um das deutsche Konto zu retten. Denn neben ihr patzt Routinier Andrea Rothfuss auf Rang acht – auch sie braucht eine Aufholjagd.
Die Super-Kombination ist das härteste Rennen der Spiele: Super-G plus Slalom, keine Atempause. Die Behinderungsfaktoren verzerren die Zeiten, aber die Athleten sprechen trotzdem von „reiner Geschwindigkeit“. Für Forster geht es um mehr als Edelmetall: um die Bestätigung, dass sie noch dazugehört. Um 12.55 Uhr steht sie oben, die Zeit läuft. Deutschland schaut zu und hält den Atem an.
