Formel-1-zwangspause: aston martin nutzt die zeit für kräftige verbesserungen
Die Formel-1-Saison erlebt eine unerwartete Unterbrechung. Nach dem Grand Prix von Japan steht nun eine mehrwöchige Pause an, die durch die Absage der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten entstanden ist. Für die Teams bedeutet dies eine seltene Gelegenheit, die Werkshallen aufzuwärmen und an den Fahrzeugen zu feilen – eine Chance, die Aston Martin besonders zu schätzen weiß.

Alonso: „zehn rennen des leidens“
Fernando Alonso, der Stürmer von Aston Martin, äußerte sich offen über die Situation: „Die Ausfälle in Bahrain und Saudi-Arabien kommen uns gelegen, da wir dort ohnehin am Ende des Feldes gestanden hätten.“ Seine Worte sind ehrlich und offenbaren die Herausforderungen, vor denen das Team steht. Alonso sieht die kommenden Rennen realistisch: „Es werden noch zehn Rennen des Leidens.“
Trotz dieser düsteren Prognose arbeitet Aston Martin fieberhaft daran, das Blatt zu wenden. Die Ingenieure in Silverstone und Sakura (der Basis von Honda) konzentrieren sich auf mehrere Problembereiche. Besonders die Vibrationen, die bereits in Suzuka zu beobachten waren, stehen im Fokus. Hier scheint die Lenksäule im Visier der Entwickler zu sein, um eine verbesserte Stabilität und Haltbarkeit zu erreichen.
Shintaro Orihara, Sprecher von Honda, betonte die Bedeutung dieser intensiven Arbeit: „Wir konnten in Japan bereits einen ersten Schritt in Richtung Zuverlässigkeit machen. In den kommenden Wochen werden wir jede verfügbare Stunde nutzen, um Lösungen zu finden. Zwar werden wir in Miami noch nicht mit dramatischen Veränderungen rechnen können, aber langfristig wollen wir Fortschritte erzielen.“
Die Hoffnung ruht auch auf dem neuen ADUO (Advanced Drive Unit), das voraussichtlich ab Monaco in den Einsatz kommen soll. Dieses Update bietet die Möglichkeit, in der Saison 2026 zwei und in der Saison 2027 weitere Verbesserungen an der Antriebseinheit vorzunehmen. Orihara gibt zu, dass Honda noch einen langen Weg vor sich hat, aber das ADUO könnte den entscheidenden Impuls liefern. „Für echte Fortschritte im Bereich Leistung müssen wir allerdings auf das ADUO warten“, so Orihara.
Neben der Antriebsentwicklung werden auch aerodynamische Verbesserungen geprüft, insbesondere unter Einbeziehung des Know-hows von Newey. Alonso ist sich bewusst, dass der Weg zum Erfolg lang und beschwerlich ist: „In drei oder vier Monaten werden wir Ergebnisse sehen können.“
Mike Krack, der Teamchef von Aston Martin, unterstreicht die Notwendigkeit radikaler Veränderungen: „Es sind keine kleinen Schritte, die wir jetzt machen müssen. Wir müssen riesige Sprünge wagen. Diese Pause ermöglicht uns den ersten Schritt, aber vor uns liegt noch ein weiter Weg.“ Das Team muss insbesondere an der Geschwindigkeit und dem Mindestgewicht arbeiten, um im Wettbewerb bestehen zu können. Aston Martin steht vor einer Mammutaufgabe, aber die aktuelle Zwangspause bietet eine seltene Chance, die Weichen für die Zukunft neu zu stellen.
