Formel 1 reagiert: neue regeln für miami sollen rennspaß zurückbringen!

Die Aufregung war groß, die Kritik lautet: Die neuen Formel-1-Regeln erstickten die Rennen. Nach dem chaotischen Grand Prix von Japan und einer ungewöhnlichen fünf Wochen Pause, in der einige Rennen im Nahen Osten kurzfristig abgesagt wurden, hat sich der Automobil-Weltverband (FIA) nun mit drastischen Änderungen zurückgemeldet. Das Ziel: Mehr Vollgas, weniger Energie-Management und eine spürbare Verbesserung der Rennaction.

Qualifying: weniger energie, mehr power

Das größte Problem in den Qualifyings war das sogenannte „Lift-and-Coast“-Verhalten der Fahrer, bei dem sie unnötig Energie einsparten, um die vorgegebenen Limits nicht zu überschreiten. Das führte zu einer Tristesse an packender Fahrweise. Ab dem kommenden Grand Prix in Miami werden die Teams nun mit einem reduzierten Energierückgewinnungslimit von 7 Megajoule pro Runde arbeiten – eine weitere Reduktion gegenüber den bereits in Japan eingeführten 8 Megajoule. Das klingt paradox, soll aber den Vollgasanteil erhöhen. Weniger Energie bedeutet weniger Zeit, die mit dem Aufladen der Batterie verschwendet wird, und mehr Raum für aggressive Fahrweise.

Ein weiterer Knackpunkt war das „Superclipping“, bei dem der Verbrennungsmotor auf Geraden plötzlich anfängt, die Batterie aufzuladen, was zu einem abrupten Geschwindigkeitsverlust führt. Um dies zu minimieren, wird die maximal erlaubte Leistung beim Superclipping von 250 kW auf 350 kW angehoben. Das mag den Ladeeffekt kurzfristig verstärken, verkürzt aber auch die Zeit, die der Motor benötigt, um wieder Energie aufzuladen.

Rennen: boost-knopf unter kontrolle und batterie-management

Rennen: boost-knopf unter kontrolle und batterie-management

Auch im Renngeschehen gibt es Neuerungen. Der im Laufe dieser Saison eingeführte Boost-Knopf wurde nach einem beängstigenden Unfall von Oliver Bearman und Franco Colapinto in Suzuka angepasst. Der junge Brite verlor aufgrund eines übermäßigen Geschwindigkeitsüberschusses die Kontrolle über sein Fahrzeug. Um solche Situationen zu vermeiden, wird die maximale Zusatzleistung des Boost-Knopfs auf +150 kW begrenzt. Eine ähnliche Beschränkung gilt für das allgemeine Abgabegrenze der Batterie: auf bestimmten Streckenabschnitten, abseits von Beschleunigungszonen, darf nun maximal 250 kW abgeleitet werden – zuvor waren es 350 kW.

Start: sicherheit geht vor

Start: sicherheit geht vor

Die Starts waren in dieser Saison oft von gefährlichen Situationen geprägt. Die FIA reagiert mit einem neuen Sicherheitssystem, der „Low Power Start Detection“. Dieses System soll erkennen, wenn ein Auto zu langsam losfährt und automatisch zusätzliche Elektroenergie freisetzen, um einen ordentlichen Start zu gewährleisten und das Risiko von Kollisionen zu verringern. Zusätzlich werden alle Warnleuchten am Fahrzeug blinken, um die nachfolgenden Fahrer zu warnen. Diese Prozedur wird zunächst in Miami getestet und dann weiter verfeinert.

Regen: mehr grip und verbesserte sicht

Regen: mehr grip und verbesserte sicht

Auch bei Rennen im Regen gibt es Anpassungen. Die Temperatur der Reifendecken für die Intermediates wurde erhöht, um mehr Grip zu gewährleisten. Gleichzeitig wird auch hier der Batterie-Einsatz limitiert, um das Fahrverhalten der Autos im Nassen zu vereinfachen. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Erhöhung der Sicherheit ist die Vereinfachung der Rücklichter, um die Sicht für die nachfolgenden Fahrer zu verbessern.

Ob diese umfassenden Änderungen tatsächlich die breite Kritik verstummen lassen und die Rennen wieder spannender machen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Der Motorsport-Weltrat muss den Anpassungen noch zustimmen – ein reiner Formalismus. Die Fans dürfen gespannt sein: In Miami beginnt ein neues Kapitel der Formel 1.